David Bowie | I’m Afraid of Americans

Nein, das hier wird kein Fotoblog, auch wenn die letzten paar Einträge den Verdacht nahe legen könnten. Ich habe gerade aber auch mal wieder extrem wenig Motivation zum Verfassen von mehr als wenigen Sätzen…

Immerhin, für den Song des Tages reicht es grad noch. David Bowie (das FSM kredenze ihm am Biervulkan nur die feinsten Speisen) sinniert über die eher unangenehmen Eigenschaften mancher Bewohner seiner Wahlheimat USA, während er im dazugehörigen Musikvideo von seinem Remixer und Überfan Trent Reznor höchstpersönlich durch das heruntergekommene New York gejagt wird.

In dieser Version ein toller Song, und obendrauf ein klasse Video.

Yeah, I’m afraid of Americans
I’m afraid of the words
I’m afraid I can’t help it
I’m afraid I can’t
I’m afraid of Americans

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Wenn man sich einen Troll im Blog eingefangen hat…

Ein schönes Beispiel ist mir beim Aufräumen im WP-Admin über den Weg gelaufen. Ich habe jahrelang akribisch ein Archiv der Webaktivitäten der Nine Inch Nails namens nin.com Blog & Media Archive gepflegt, um die Inhalte der notorisch gern und oft im Datennirvana entfleuchenden Bandpage für die Nachwelt zu erhalten. Irgendwann ist der Blog zwar in ein sanftes Koma entglitten, weil mir Zeit und Lust zur Jagd auf jeden NIN-Schnipsel abhanden gekommen waren, aber auch jetzt noch wird er seiner Archivfunktion gerecht und wird immer wieder mal in Netzartikeln verlinkt.

Um 2007/2008 herum waren die Kommentarbereiche extrem aktiv. Besonders nordamerikanische Besucher verwechselten des öfteren den Blog mit der nächsten Speaker’s Corner nebst Einforderung von Free Speech und Zensurgeschrei, was auch immer wieder Schwielen an meinem Hirn und Löschfinger verursacht hatte, und in diese Zeit fällt auch der Besuch eines besonders hartnäckigen Trolls. Einer Trollette? Trollitesse? Egal. Eine Dumpfbacke mit Internetzugang halt. Und diese Dumpfbacke hat zu meinem endlosen Vergnügen nicht bemerkt, dass ihre illusionsgetränkten Tiraden gegen Trent Reznor, NIN-Fans und den kleinen grünen Arkelanfall zum größten Teil gar nicht für die Allgemeinheit zu lesen waren, sondern nur für sie, mich und den mit allerlei Stichworten gefütterten WordPressfilter. Direkte Antworten kamen von mir eher selten, dafür umso mehr Lästereien mit anderen Stammkommentatoren über die Trollposts, die der Filter nicht geschluckt hatte. Ein bisschen Spaß muss sein :)

Nachfolgend habe ich vor dem endgültigen Löschen eine kleine Auswahl der abgesonderten Freundlichkeiten zusammengestellt. Strictly for shits and giggles. Damit der geneigte Leser sich besser in die Gedankenwelt des Trollmädchens einfühlen kann, habe ich das ganze mit einem passenden Font in Bildform gegossen. Und damit der Scheiß nicht in Suchmaschinen im Wortlaut auftaucht.

Meine blöden Kommentare konnte ich leider nicht unterdrücken…


 

troll-01
Ein erster Versuch, durch Einflechten kafkaesker Bezüge (Ein Insekt! Wie clever!) und Benutzung komplizierter Worte eine gewisse Intellektualität zur Schau zu stellen.
troll-01a
Wie zu erwarten steht dem Troll ob seiner starken mentalen Erregung nur ein stark eingeschränktes Vokabular zum Ausdruck seiner innersten Gefühle zur Verfügung.
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Freud’sche Ansätze in der Argumentation lassen durchaus tief blicken…
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Kommen wir nun also zum Kern des Problems…
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Bonuspunkte für die, wenn auch ungelenke, Bestrebung, den Dialog in der Muttersprache des uneinsichtigen Admins zu suchen.
Die Wahnvorstellungen nehmen nun konkretere Formen an. Eine medizinische Intervention scheint dringend angeraten, wird aber mangels Einsicht kaum angenommen werden.
Es wäre unverantwortlich, auf solche der momentanen Verwirrung der Antragstellerin geschuldeten Avancen in jedweder Form einzugehen.
troll-07
Eine interessante Wendung in der Argumentation, die nun gleichermaßen Bezüge zu darstellender Kunst und Religion vermengt. Sind es unterbewußte Schuldgefühle, die sich hier Bahn brechen? Gar Minderwertigkeitskomplexe aufgrund mangelnder kreativer Fähigkeiten? Man weiß es nicht.
troll-08
Ein letztes verzweifeltes Aufbäumen des Trolls in Form der Darstellung unzureichend ausgelebter sexueller Fantasien beschließt diese Fallstudie. Möge sie den nächsten Beate Uhse-Shop gefunden haben. Oder Tumblr. Aber das steckte damals ja in den Kinderschuhen und war noch rein und unschuldig…

Nine Inch Nails | The Hand That Feeds & The Collector

Da hab ich doch fast verpennt, dass vor nun schon zehn Jahren mein zweitliebstes NIN-Album With Teeth das Licht der Musikwelt erblickt hat, was natürlich noch kurz vor knapp mit den Songs des Tages, dem Album der Woche und überhaupt abgefeiert werden muss. Und zwar ohne große Worte, die Videos und das ganze Album können gut für sich selber sprechen. Ganz besonders „The Collector“ begeistert mich mit seiner fisimatentenfreien Umsetzung live aus dem Übungskeller, das gibt morgen wieder ein steifes Genick…

(Ja, das THTF-Video soll so verrauscht und verhackstückt aussehen.)

Nine Inch Nails | Wish

Heute ist mir irgendwie nach… Latex… Leder… immer mitten in die Fresse rein… Hm. Nein, ich leide nicht an Geschmacksinkontinenz, drum befriedige ich diese Gelüste statt mit 50 Shades of Valium lieber mit einer ordentlichen Portion Krach aus dem Hause Nine Inch Nails.

Den Reznor aus dieser Zeit sabber ich noch immer genauso schamlos an wie vor über 20 Jahren bei der Erstsichtung des Videos. Evtl. sollte mir das Sorgen machen, aber was soll’s. Geiler Wichtelzwerg ist geil!

this is the first day of my last days
i built it up now i take it apart climbed up real high now fall down real far
no need for me to stay the last thing left i just threw it away
i put my faith in god and my trust in you
now there’s nothing more fucked up i could do
wish there was something real wish there was something true
wish there was something real in this world full of you
i’m the one without a soul i’m the one with this big fucking hole
no new tale to tell twenty-six years on my way to hell
gotta listen to your big time hard line bad luck fist fuck
don’t think you’re having all the fun
you know me i hate everyone
wish there was something real wish there was something true
wish there was something real in this world full of you
i want to but i can’t turn back
but i want to

Nine Inch Nails live at Woodstock ’94

Heute wird ausnahmsweise in der Rubrik Song des Tages ein ganzes Konzert abgefeiert, zu sehr begeistert mich auch 20 Jahre nach einem langen Wochenende vor der heimischen Glotze und heißlaufendem Premiere-Receiver der absolute Höhepunkt der Woodstock-Wiedergeburt in Gestalt von fünf prächtig herumlärmenden und -hüpfenden Schlammspringern aka den damals noch nicht (fast) jedermann bekannten Nine Inch Nails. Für mich ist das immer noch ein ganz besonderes Leckerli, hatte ich sie doch im selben Jahr auch in sehr kleinem Rahmen in München gesehen — erste Reihe Mitte, blaue Flecken galore, klatschnass geschwitzte Klamotten in kalter Nacht, eine unter vollem Körpereinsatz meinerseits (erwähnte ich schon die blauen Flecken?) ergatterte Keyboardtaste von Trent fest unklammert — und schwelge mit diesem Konzert fast schon ein bisschen ekstatisch in Erinnerungen an dieses auf ewig in meinen Top 5 festgenagelte Konzerthighlight.

LAUT hören!!

 

Setlist:

Pinion – 0:00
Terrible Lie – 3:55
Sin – 9:14
March Of The Pigs – 13:27
Something I Can Never Have – 17:21
Closer – 23:51
Reptile – 30:29
Wish – 36:55
Suck – 40:34
Burn – 45:08
The Only Time – 50:20
Down In It – 55:51
Dead Souls – 1:01:24
Help Me I Am In Hell – 1:07:08
Happiness In Slavery – 1:10:03
Head Like A Hole – 1:15:29


Nachtrag: aber ja doch, selbstverständlich halte ich die damals ergatterte Keyboardtaste nach wie vor in Ehren! Die liegt mit lauter anderen NIN-Devotionalien aus ca. 24 Jahren mehr oder weniger heftigem Fandasein in meinem… ähm… Couchtisch unter Glas. Jeder Nachmittagstee am Wochenende oder im Urlaub ist so was ganz besonderes ;)

nintastic

Nine Inch Nails | Every Day Is Exactly The Same

Ich heule noch immer angehörs des aktuellen (und in meinen Ohren generalverkackten) NIN-Albums „Hesitation Marks“ ein wenig herum, der Stachel der Enttäuschung sitzt wirklich tief. Wenigstens ein ganz klein wenig Trost in diesen schweren Stunden demoralisierten Fantums spendet mir der Rückblick auf die liebevoll veräppelnden Fanvideos von Meathead, bis vor ein paar Jahren mehr oder weniger der Haus- und Hofkomiker des NIN-Fandoms. Vor diesem blühenden Blödsinn ziehe ich immer noch breit grinsend meinen imaginären Hut.

„Please tell me you guys are taping this shit.“

Ha, zum Glück geht im Internet nichts verloren.