Die Montagsfrage [KW8]

Mal wieder spät dran mit der Montagsfrage der Libromanie

Hast du schon einmal einen Ort besucht, nur weil er in einem Roman vorkommt?

Öhm… jein. Zählt es, von einer Freundin während eines London-Trips ins Sherlock Holmes Museum in 221b Baker Street geschleppt worden zu sein? Immerhin, die Adresse stimmt!

Wenn ich das Sagen habe, suche ich meine Urlaubs- und Ausflugsziele nach allem möglichen aus, aber nicht nach literarischen Gesichtspunkten. Wenn schon, dann kann man mich mit Orten ködern, die ich aus geliebten Filmen kenne. So stand ich schon mal mit einem anderen Who-Bekloppten am Beachy Head, mit Wind in den zersausten Haaren und Musik aus Quadrophenia im Ohr – ja, doch, das war schon klasse und definitiv ein Gänsefellmoment.

Photo by DAVID ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0

Nein, mir fällt auch nach längerem Nachdenken kein spezieller Ort aus einem Roman ein, den ich unbedingt auf eine To-Do-Liste setzen würde. Außer vielleicht die verlockend exotischen Planeten aus Douglas Adams Hitchhiker-Romanen, aber dafür müsste ich erst mal ein wirklich gutes Reisebüro finden…

[Die Montagsfrage KW5] Gibt es ein Buch, das dir beim Lesen supergut gefallen hat, von dem du dir aber sicher bist, dass du es inzwischen gar nicht mehr mögen würdest?

Oh, die Montagsfrage ist von Paperthin zur Libromanie umgezogen – ich schaff es wirklich, alles zu verpennen! Montag ist heute auch nicht, aber was soll’s, das mit den Wochentagen darf man nicht allzu eng sehen…

Ok, zur Frage. Die kann ich recht eindeutig mit NEIN beantworten. Fast sämtliche literarischen Abneigungen, die ich liebevoll hege und pflege, haben sich bereits in meiner Jugend herauskristallisiert, einige habe ich im Laufe der Jahre auch abgestreift und so meinen Lesehorizont um ein paar Eichstriche erweitert. Eine Abwertung via Genre ist mir dementsprechend noch nicht untergekommen.

Einzelne Werke oder Autoren, unabhängig vom Genre, sind bei mir ebenfalls noch nicht in Ungnade gefallen, mir fallen auch keine erfolgversprechenden Kandidaten dafür ein. Andersrum würde ein Schuh draus, Ablehnung von anno dunnemals kann bei mir wie auch bei den Genres durchaus in Interesse bis Wohlgefallen umschlagen. Ich brauche nur den richtigen Schubser dazu. Irgendwann werd ich vielleicht sogar noch mit Kafka richtig warm, erste Warnsignale bemerke ich schon…

[Die Montagsfrage KW45] Besitzt du ein Buch, das dir peinlich ist?

Nein. Nicht eins, weder in Papierform noch digital.

Ist ein Buch unterhaltsam genug, einen festen Platz in meiner Sammlung zu erhalten, gibt es mir keinen Grund, mich für seine Anwesenheit zu schämen, ganz egal, was aus kulturbeflissener Ecke darüber zu vernehmen ist. Wäre ja noch schöner, wenn ich mir den Spaß an z.B. meiner Wiederentdeckung der Perry Rhodan Groschenheftchen vermiesen lassen würde! Die Serie fand ich vor Jahrzehnten als Teenie großartig und amüsiere mich nun köstlich über „Schiffspositroniken“, die im ärgsten Sternensturm mit Lochkarten gefüttert werden müssen, um da heil wieder rauszukommen, und andere Anachronismen, die der eine heutzutage lächerlich finden mag, die ich aber als charmant empfinde.

Richtig fiese Stinker (ich schaue in deine Richtung, Dan Brown!) landen zum Schutz meiner Mitmenschen und -leser schwungvoll im Altpapier, da schäme ich mich höchstens über meine Blödheit, für so einen Mist Geld verplempert zu haben. Nach erfolgter Entsorgung legt sich das allerdings recht schnell und belastet mich nicht weiter. Es gibt genug guten Lesestoff, der von mir entdeckt werden möchte!

[die Montagsfrage @ Paperthin]

[Die Montagsfrage KW44] Zu welcher Tageszeit liest du am liebsten?

Mir ist prinzipiell jede Tageszeit recht, zu der ich halbwegs geistig anwesend bin. Also auf keinen Fall kurz nach dem Aufstehen, da bin ich noch viel zu beschäftigt, mich an meinen Namen und ähnlich unerhebliche Details zu erinnern. Neben jeder sich bietenden Gelegenheit am Tage (Arbeitsweg, Mittagspause etc.) lese ich dann aber doch am liebsten abends, bevorzugt im Bett. Das ist schön entspannt, keiner nervt mich, in Griffweite stehen Tee, Gebäck und meine Katze, im Hintergrund fließt leise Musik aus den Lautsprechern – perfekt. Wenn ich nur nicht ständig die letzten zehn Seiten am nächsten Tag nochmal lesen müßte…

tired-duck

[die Montagsfrage @ Paperthin]

[Die Montagsfrage KW43] Erinnerst du dich noch an dein erstes E-Book?

Mein erster eReader und die Anmeldung bei Goodreads gingen im April 2012 Hand in Hand, und die dortige Timeline sagt mir, dass mein Kindle Touch mit „Parade’s End“ von Ford Madox Ford eingeweiht wurde. Könnte hinkommen, ich hatte mir das Teil ja vor allem mit Blick auf komfortableres Lesen englischsprachiger Lektüre gegönnt. Mit diesem großartigen Brocken konnten Akku und mitgelieferte Wörterbücher dann auch gleich zu meiner vollsten Zufriedenheit zeigen, dass sie halten, was die Werbung verspricht.

Ford Madox Ford | Parade's End
Katzen und Literatur gehören so untrennbar zusammen wie Bratwurst und Bier.

Inzwischen bin ich beim beleuchteten Kindle Paperwhite angekommen (den ich am liebsten heiraten würde) und nehme „klassische“ Bücher nur noch zur Hand, wenn es entweder gar kein eBook oder ein solches nur zum unverschämten Apothekenpreis gibt. Oder ich aus Sammlergründen un-be-dingt etwas zum Anhimmeln, Anfassen und Liebhaben fürs Regal besitzen muß. Viel Papier kommt da nicht mehr zusammen pro Quartal.

[die Montagsfrage @ Paperthin]

[Die Montagsfrage KW42] Besitzt du noch Bücher aus deiner Kindheit?

Aber selbstverständlich, allesamt zwar gut verpackt in Umzugskartons im Lagerraum, aber keins davon ein Kandidat für anderer Leute Kinder, Flohmarkt oder gar die Papiertonne! Ich hab ja auch noch meinen allerersten Teddybären, wie es sich gehört mit Knopf im Ohr, der bei mir im Wohnzimmer auf der Sofalehne herumlümmeln darf. Der gehört zusammen mit meinen ersten Lieblingsbüchern (u.A. extrem zerlesene Lieblinge wie die Bildergeschichten von Wilhelm Busch, Grimms Märchen, Pipi Langstrumpf etc.) zu den Dingen aus meiner Kindheit, die ich niemals nicht und unter gar keinen Umständen hergeben würde. Eine hartnäckige Form der Nostalgie, gegen die ich mich gar nicht erst zu wehren versuche, würde ja eh nix nützen.

Zum Glück :)

[die Montagsfrage @ Paperthin]