Schwarze Katze, erster Versuch

Vom Größenwahn gepackt habe ich mich vorhin an einem Portrait meiner schläfrig herumlümmelnden Mitbewohnerin versucht. Und musste erst einmal feststellen, dass ich a) ums verrecken keine Lebewesen zeichnen kann, und es b) ziemlich fiese ist, wenn das Motiv dann auch noch ein zusammengerolltes, schwarzes Fellknäuel ist…

Abstrakter will es mit den Miezen auch nicht so Recht klappen, was mich natürlich nicht abschreckt, sondern erst Recht bockig werden lässt. Ich werd die Viecher irgendwann hinkriegen. Und wenn es im Picasso-Style ist!

23 nervige Dinge, die jeder Katzenbesitzer kennt

Mein erstes Blogstöckchen (Yay!) habe ich auf Fraukes Blog Auricularis aufgegabelt und mit sehr viel Vergnügen bearbeitet. Ist aber auch ein ergiebiges Thema :)

1. Zur Tür rennen, um den Pizzaboten zu empfangen – und sich auf dem Weg dahin fast das Genick brechen, weil die Katze genau zwischen die Beine läuft.

Nicht das Genick, aber den Fuß… so liege ich aufgrund eines erfolgreichen Katzenanschlags auf meinen Gleichgewichtssinn seit rund sieben Wochen (!!) zuhause herum. Dafür habe ich Madame aber auch im Unfallbericht an die Krankenkasse verpetzt. Ha!

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Dieser Punkt trifft zu 200% zu (100% wenn es beim „fast“ geblieben wäre).

2. Von wegen Lego-Steine. Barfuß auf Katzenstreu treten – das nervt! Tut vielleicht nicht ganz so weh, dafür ist es aber auch in den Schuhen. Und in den Socken.

Und im Bett, im Kuschelteppich vor der Badewanne, in den Sofaritzen… ich frage mich manchmal, ob sie nachts heimlich, still und leise das Zeug in der Wohnung verteilt, denn eigentlich hat sie recht gesittete Klomanieren.

Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

3. Haare, Haare überall.

Och, das hält sich bei Madame zum Glück in Grenzen, ihr Fell ist kurz und wird wohl schon beim Putzen größtenteils von Ausfallkandidaten befreit. Strategisch geschickt verteilte Haare (auf heller Kleidung etc.) sind natürlich nicht zu vermeiden, gehören aber zur Einrichtung und geben dem Heim erst die gemütliche Atmosphäre.

Dieser Punkt trifft zu 25% zu.

4. Besuchern erklären, warum sie vor dem Verlassen der Wohnung besser den Fusselroller benutzen.

Wäre eine übertriebene Maßnahme, siehe Punkt 3.

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

5. Überhaupt hat man den Fusselrollenverschleiß eines ganzen Dorfes.

Nope, siehe 3 und 4.

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

6. Den damit einhergehenden, schleichenden und doch unvermeidlichen Verlust jeden Katzenhaarallergikers aus dem Freundeskreis.

Entweder kenne ich keine Katzenhaarallergiker, oder sie reissen sich heldenhaft zusammen, sodass ich nichts bemerke.

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

7. Besuchern außerdem erklären müssen, warum sie in DER Sofaecke jetzt leider nicht sitzen können. Die Katze könnte schließlich jederzeit Anspruch auf ihren Lieblingsplatz erheben und sehr ungehalten werden.

Die ganze Wohnung ist ihr Lieblingsplatz, Konflikte gab es bisher trotzdem keine. Zumindest wäre mir nichts über solche bekannt.

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

8. Keine plausible Erklärung für das finden, was die Katze mit den Schuhen macht und sich ein bisschen dafür schämen.

Wer meine Wohnung betritt, weiß spätestens nach dem ersten mal, dass die Schuhfetischistin im Hause Cosgrove vier statt zwei Beine hat (ich kann die Paare tragbarer Schuhe in meinem Besitz an einer Hand abzählen, sogar nach einem Sägewerksbesuch). Regelmäßige Besucher stellen ihr Schuhwerk sogar prominent im Wohnzimmer zur Verfügung und photographieren und filmen Madames Reaktionen auf das dargebrachte Opfer. Je nach Wetterlage und Material reichen diese von ekstatischen Versuchen, die Treter zu töten und auszuweiden, bis zur Methode „schläfriger Strauß“ mit einem entspannten Nickerchen, das mit dem Kopf tief im wohlriechenden Schuh versenkt verbracht wird.

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Madame liebt Schuhe, das ist mir plausibel genug!

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

9. Morgens schon vor dem Weckerklingeln geweckt werden. Gern mit einem beherzten Sprung auf den Bauch, mit Tatzenschlägen ins Gesicht oder schmerzhaftem Gelecke der rauen Katzenzunge an derselben Stelle.

Der Wecker dient eigentlich nur der Bestätigung, dass Madame mich pünktlich geweckt hat, stimmt. Sehr beliebt ist es, mir die Augenbrauen zu lecken, bis sie bluten (ernsthaft), fahrlässigerweise auf der Küchenspüle stehengelassene Plastibehälter schwungvoll und lautstark abzuräumen, oder beherzt vom Kleiderschrank aufs Bett und damit sehr oft in diverse Körperteile zu springen. Diese kleinen, schmalen Pfötchen fühlen sich mit genug Anlauf durchaus wie ins Fleisch gebohrte Stilettoabsätze an…

Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

10. Tütenweise ausgefallenes, ungenutztes Katzenspielzeug im Schrank. Es wird lieber leidenschaftlich Papier zerfetzt und in der Wohnung verteilt.

Ich weiß inzwischen sehr genau, welche Spielzeuge gut bei ihr ankommen, und die werden begeistert bespielt bis sie auseinanderfallen. Oder bis die Batterie leer ist – das mit dem Laserpointer funktioniert bei Madame stundenlang, wenn es sein muss!

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

11. Ähnlich verhält es sich mit der Kratzbaumlandschaft – warum die nehmen, wenn sich das Ledersofa doch sooo viel besser anfühlt unter den Krallen?

Ich habe kein Ledersofa. Meins ist aus Rattan. Trotzdem sieht man kaum Kratzspuren, wir haben nämlich einen unausgesprochenen Deal: das (teure) Sofa gehört mir und wird nicht verwüstet, dafür darf sie mit dem (spottbilligen) Glastisch mit Rattangestell in der Essecke machen, was sie will, ohne von mir Einspruch befürchten zu müssen (was sie gründlich ausnutzt). Der Kratzbaum wird daneben auch ausgiebig beturnt und zerfleddert, ich kann mich also trotz leichtsinniger Möbelwahl nicht beschweren.

Dieser Punkt trifft zu 25% zu.

12. Durch trommelfellzerfetzendes Miauen geweckt werden, von einem Wohnungsbrand ausgehen – und dann ist nur der Futternapf nicht voll genug.

Und zwar bevorzugt um 2:30 Uhr morgens. Am Sonntag.

Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

13. Zimmerpflanzen ganz nach oben stellen müssen, weil sie ausnahmslos für Katzengras gehalten und angefressen werden.

Ich habe keine Pflanzen in der Wohnung, schwarzer Daumen und so.

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

14. Sein Notebook nicht benutzen können, weil die Katze gerade darauf schläft.

Man ersetze das Notebook durch einen Kindle eReader, und es passt. Immer wieder erstaunlich, wie akkurat das Katzenärschle und alle 4 Pfoten auf diese winzige Grundfläche passen.

Dieser Punkt trifft zu 75% zu (25% Abschlag wegen geringerer Größe des Objekts).

15. Streichel mich. Streichel mich. Streichel mich. BEISS! Ja, hier ist schön. Hier ist seeehr schön. Wunderbar. KRATZ!

Ohne Worte…

Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

16. Das Haarbällchen-Hochwürg-Geräusch, das selbst im Tiefschlaf Alarmbereitschaft auslöst.

Oh ja, das malerische glub-glub-glub-splötsch zu bevorzugt nachtschlafener Zeit, gefolgt von der nicht minder malerischen, nicht immer von Erfolg gekrönten Suche nach der frisch verlegten Haarwurst. Madame hört mich offensichtlich gerne fluchen.

Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

17. Ignoriert werden.

Das hat Madame zur Kunstform erhoben. Das Gegenteil allerdings auch. Sie macht da keine halben Sachen – entweder bin ich für sie Luft, oder sie klebt wie ein pelziger Magnet an mir. Dazwischen gibt es nichts.

Dieser Punkt trifft zu 50% zu.

18. Sich beim Sex beobachtet fühlen. Weil man beobachtet wird.

Sex ist sowieso überbewertet.

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

19. Hinterhältige, nasenschleimhautperforierende Pupse. Dass etwas, was so niedlich aussieht, derart stinken kann.

Und ich bin nach wie vor der felsenfesten Überzeugung, dass diese mit Unschuldsmiene freigesetzten Fürze bei optimalen Lichtverhältnissen radioaktiv-grünlich leuchten!

Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

20. Sich für den Körperumfang des Stubentigers mit “Das ist bloß Winterfell” oder “Er ist eben kastriert” rechtfertigen.

Madame achtet sehr auf ihre schlanke Linie (wenn ich das doch auch so könnte) und passt mit ihren knapp vier Kilo hervorragend in ihr kleines Schwarzes :)

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

21. Keinen Karton stehen lassen können, ohne dass die Katze ihn sofort in Besitz nimmt. Und anschließend in seine Einzelteile zerlegt.

Koffer, Körbe und Rucksäcke sind vor ihrem Forscherdrang nicht sicher, Kartons interessieren sie erstaunlicherweise kaum bis gar nicht.

Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

22. Wenn man die Katze finden will, legt man einfach frisch gewaschene und gebügelte Klamotten aufs Bett.

Klappt immer. Auch mit ungebügelter Wäsche.

Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

23. Und schließlich das geheime Wissen: Die Menschheit bräuchte aufgrund der schier unendlichen Biomasse-Produktion keine Atomkraft mehr, wenn es gelänge, Energie aus Katzenhaaren zu gewinnen.

Aber auch nur, wenn gemäßigt haarende Fellnasen wie die meine eine absolute Minderheit darstellen!

Dieser Punkt trifft (je nachdem) zu 0 – 100% zu.

 

Und dieses Stöckchen werfe ich jetzt einfach mal allen Followern zu, die sich ebenfalls freiwillig von ihren schnurrenden Vorgesetzten auf Samtpfoten gängeln lassen!

Computerüberwachung

Dass ich auch nur fünf Minuten ohne Überwachung am PC sitzen darf, ist für Madame unvorstellbar. Besonders beliebt: betont desinteressierter Halbschlaf im Keylogger-Modus, der durchaus dazu führen kann, dass ich um jede Taste im Wirkungskreis kämpfen muss. Was regelmäßig in ausgedehnter Pfötchenmassage endet. Und lustigen Tastenkombinationen, die mir völlig unbekannte Funktionen meines PCs offenbaren…

Morgenstund hat Katzenhaar im Mund…

Yup. Das ist der Anblick, der mich jeden Morgen als erstes ereilt, wenn der Wecker plärrt und ich nach erfolgreicher Suche nach dem Lichtschalter neben mein Kopfkissen schaue. Diese Mischung aus „wieso ist das Licht an“, „wieso guckst du so zerknittert“ und „wieso ist mein Napf leer“ ist genau die fordernde Motivation, die ich für den Start in den Tag brauche.

Wie Mensch ohne Katze funktionieren kann, ist mir ein Rätsel :)