Jane Austen | Mansfield Park [Hörspiel]

BBC4 extraAch ja, was tu ich mir nicht alles an, wenn nur die richtigen Leute ihre Finger im Spiel haben… dann höre ich sogar freiwillig der Hörspielfassung eines Buchs von Jane Austen im englischen O-Ton zu, obwohl diese Autorin bei mir eher keine Begeisterungsstürme auslöst. Schlafanfälle sind allerdings durchaus drin.

In diesem Fall handelt es sich um ihren dritten Roman Mansfield Park, und was mich erst zum Zuhören bei diesem extrasteifen Trallafitti um Herz, Schmerz, Beziehungsleid und Klassenstress bewegt und dann vom Wegdösen abhält, ist die Besetzung mit den im Jahre 2003 noch mehr oder weniger unbekannten Schnullerbacken Benedict Cumberbatch als Edmund Bertram, seines Zeichens angehimmelter Schwarm der Hauptfigur Fanny Price, und David Tennant als sein Bruder Tom, Tierkreiszeichen Taugenichts. Die zwei beiden dürfen mir wirklich alles erzählen…

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Zwei jeweils 15minütige Episoden sind gestern und heute bereits gelaufen, acht weitere stehen in den nächsten Tagen (jeweils Mo – Fr um 15 Uhr unserer Zeit, 14 Uhr in UK) noch an, jede Episode ist ab Ausstrahlung weitere sieben Tage on Demand abrufbar.

Mansfield Park im BBC iPlayer

Den englischen Roman erhält man ganz legal kostenlos bei Project Gutenberg in den gängigen eBook-Formaten: KLICK.

Die Montagsfrage [KW8]

Mal wieder spät dran mit der Montagsfrage der Libromanie

Hast du schon einmal einen Ort besucht, nur weil er in einem Roman vorkommt?

Öhm… jein. Zählt es, von einer Freundin während eines London-Trips ins Sherlock Holmes Museum in 221b Baker Street geschleppt worden zu sein? Immerhin, die Adresse stimmt!

Wenn ich das Sagen habe, suche ich meine Urlaubs- und Ausflugsziele nach allem möglichen aus, aber nicht nach literarischen Gesichtspunkten. Wenn schon, dann kann man mich mit Orten ködern, die ich aus geliebten Filmen kenne. So stand ich schon mal mit einem anderen Who-Bekloppten am Beachy Head, mit Wind in den zersausten Haaren und Musik aus Quadrophenia im Ohr – ja, doch, das war schon klasse und definitiv ein Gänsefellmoment.

Photo by DAVID ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0

Nein, mir fällt auch nach längerem Nachdenken kein spezieller Ort aus einem Roman ein, den ich unbedingt auf eine To-Do-Liste setzen würde. Außer vielleicht die verlockend exotischen Planeten aus Douglas Adams Hitchhiker-Romanen, aber dafür müsste ich erst mal ein wirklich gutes Reisebüro finden…

[Die Montagsfrage KW5] Gibt es ein Buch, das dir beim Lesen supergut gefallen hat, von dem du dir aber sicher bist, dass du es inzwischen gar nicht mehr mögen würdest?

Oh, die Montagsfrage ist von Paperthin zur Libromanie umgezogen – ich schaff es wirklich, alles zu verpennen! Montag ist heute auch nicht, aber was soll’s, das mit den Wochentagen darf man nicht allzu eng sehen…

Ok, zur Frage. Die kann ich recht eindeutig mit NEIN beantworten. Fast sämtliche literarischen Abneigungen, die ich liebevoll hege und pflege, haben sich bereits in meiner Jugend herauskristallisiert, einige habe ich im Laufe der Jahre auch abgestreift und so meinen Lesehorizont um ein paar Eichstriche erweitert. Eine Abwertung via Genre ist mir dementsprechend noch nicht untergekommen.

Einzelne Werke oder Autoren, unabhängig vom Genre, sind bei mir ebenfalls noch nicht in Ungnade gefallen, mir fallen auch keine erfolgversprechenden Kandidaten dafür ein. Andersrum würde ein Schuh draus, Ablehnung von anno dunnemals kann bei mir wie auch bei den Genres durchaus in Interesse bis Wohlgefallen umschlagen. Ich brauche nur den richtigen Schubser dazu. Irgendwann werd ich vielleicht sogar noch mit Kafka richtig warm, erste Warnsignale bemerke ich schon…

Mein Bücherjahr 2013

Es wird Zeit, die kulturelle Bilanz des Jahres 2013 zu ziehen, mein Lesestoff darf den Anfang machen. Insgesamt 102 Titel von Kurzgeschichten bis massiven Briketts mit insgesamt 24.441 Seiten kamen dieses Jahr zusammen, überwiegend aus den Genres Science Fiction, Horror/Mystery und Thriller, mit ein paar strategisch eingestreuten Klassikern aller Geschmacksrichtungen. Stinker und Totalausfälle (1 bis 2 Sterne) gab es erfreulicherweise nur sehr wenige, insgesamt wurde mein Kopfkino mehr als zufriedenstellend gefüttert (Details können hier bestaunt werden).

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Die Enttäuschung des Jahres war ausgerechnet einer der klassischen Götter meines Lieblingsgenres Horror & Mystery, in Form der Gesamtausgabe von H.P. Lovecraft. Ich kannte bislang nur einzelne Geschichten und fand die durchgehend gut bis sehr gut, hatte dabei aber wohl schlicht Glück in der Auswahl gehabt. In geballter Form kam das Grauen leider in Gestalt eines ermüdenden Schreibstils in Kombination mit endlos wiedergekäuten Themen, die mir irgendwann als gedrehte Tentakel zu den Ohren herauskamen, die eines Cthulhu würdig wären. Hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet hier ein fieser Hype ganz alter Schule auf mich lauern würde.

Unter den Fünfsternern dürfen sich William Goldings „To the Ends of the Earth„, Steven Halls „Gedankenhaie„, Kurt Vonneguts „Mother Night“ und Hugh Howies Silo-Trilogie, bestehend aus „Wool„, „Shift“ und „Dust“ um den ersten Platz prügeln – ich seh mich außerstande, einem davon exklusiv das Krönchen des Jahresfavoriten aufzusetzen. Alle genannten haben mich mit Haut und Haar in ihre Stories eingesaugt, auf meinen Emotionen Polka getanzt und mit den letzten Sätzen zufrieden brummend wieder ausgespuckt. Besser geht’s nicht!

Das neue Jahr werde ich mit der ungekürzten Ausgabe von Stephen Kings „It“ einläuten, sozusagen zum Warmlesen. Geht ja gar nicht, dass mein altes deutsches Paperback um ca. 350 Seiten kürzer als das Original ist… und noch weniger geht, dass ich das bis vor kurzem gar nicht wußte! Dieser grandiose Mammutschinken kann doch gar nicht lang genug sein!


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Hilfe zur Selbsthilfe

The bookshelves groan with self-improvement volumes, all promising to explain the problems of your universe, and their solution, in a few well-chosen rules. An honest bookstore would post the following sign above its “self-help” section: “For true self-help, please visit our philosophy, literature, history, and science sections, find yourself a good book, read it, and think about it.”

Roger Ebert (I Hated, Hated, Hated This Movie)