The Divine Comedy | Live in Nantes (FR 2012)

Ein Mann namens Neil Hannon, eine Aktentasche, ein Klavier und eine Gitarre auf einer spärlich beleuchteten Bühne — mehr braucht es nicht, um mich beim nächtlichen Zappen durch Artes Concert-Mediathek in ein schnurrendes Häufchen purer Begeisterung zu verwandeln.

Warum?

Weil es nur wenige Musikanten gibt, die in minimalster Formation zum dahinschmelzen großartige Songs mit so viel Charme, Augenzwinkern und in Formvollendung darbieten können.

Deshalb!

Angucken: The Divine Comedy im Lieu Unique in Nantes ➽

  1. Complete Banker
  2. Generation Sex
  3. When The Lights Go Out All Over Europe
  4. Charmed Life
  5. Going Downhill Fast
  6. Jiggery Pokery
  7. National Express
  8. Perfect Lovesong
  9. A Lady Of A Certain Age
  10. Songs Of Love
  11. Assume The Perpendicular
  12. Snowball In Negative
  13. Bang Goes The Knighthood
  14. Neptune’s Daughter
  15. Drinking Song
  16. Ten Seconds To Midnight
  17. Tonight We Fly
  18. Our Mutual Friend
Ach ja, da darf er schon zufrieden aus dem zerknitterten Anzug grinsen, der gute Neil ❤

Ministry | In Case You Didn’t Feel Like Showing Up (live 1990)

Von der Gesamtsituation angekotzt? Aggressionslevel stetig steigend, sobald man die Nachrichtenlage checkt? Am Zustand der Menschheit verzweifelnd und nicht wissen, wohin mit dem Frust?

Nein, Lösungen habe ich auch nicht anzubieten, aber ich merke heute mal wieder, dass es dem Blutdruck durchaus gut tut, mal eine knappe Stunde lang im Schleudergang zu verbringen. Die Welt wird dadurch nicht besser, aber der Drang sich aus der Tischkante einen Baseballschläger zurechtzubeißen wird wieder kontrollierbar. Zumindest bei mir.

Trotzdem oder gerade weil der Rausschmeißer „The Land of Rape and Honey“ in seiner ganzen Ekligkeit mit „Sieg Heil!“-Gebrüll und knappen Worten den momentanen Zustand Europas besser auf den Punkt bringt, als es sein dürfte. Egal, dass das eigentlich auf die US of A gemünzt war, der Arsch passt erschreckend luftdicht auf den Eimer.

Face to face, blood to blood
The mountain, you tumbled from
And in the land of rape and honey, you prey

Step by step
You climb the mountain, you prey

Fist to fist, eye to eye
The rulers of the wasteland
And in the land of rape and honey you prey

Step by step
You climb the mountain you prey

Head to head, chest to chest
Which country is the very best?
And in the land of rape and honey
You prey

Step by step
You climb the mountain, you prey

Tracklist:

00:29  Breathe
08:26  The Missing
12:04  Deity
15:30  So What
27:14  Burning Inside
33:36  Thieves
38:45  Stigmata
48:55  Jello Biafra – The Pledge of Allegiance
51:53  The Land Of Rape And Honey

Midnight Oil | Oils on the Water (komplettes Konzert, 1985)

Es regnet schon den ganzen Tag, ist sehr kühl und insgesamt nicht das, was ich als perfekten Urlaubstag bezeichnen würde. Wenn das Wetter schon nicht mitspielt, heize ich mir halt auf andere Art und Weise ein… und sollten meine Nachbarn keine Freunde lautstark abrockender Australier sein, dann haben sie halt Pech gehabt :)

Es können also nur meine Lieblingsaustralier sein: Midnight Oil! Mit einem vollständigen Konzert aus ihrer (in meinen Ohren) heißesten Phase, herrlich laut, roh, ohne auch nur einen Gedanken an kuschlige Balladen oder andere Schweißbremsen zu vergeuden.

Das Konzert fand vor einer kleinen Schar handverlesener Fans am 13. Januar 1985 auf einer kleinen Insel im Hafen von Sydney statt, anläßlich eines Jubiläums des staatlichen Jugendsenders Triple J. Ist das Publikum zu Beginn noch recht zurückhaltend (Tageslicht! Kameras! Hilfe!), kommt mit zunehmender Dunkelheit Stimmung auf, bis es gegen Ende immer wieder zu spontanen Tanzeinlagen mit Vorturner und Sänger Peter Garrett kommt. Also, wenn man das guten Gewissens Tanzen nennen kann:

Nun ja, sieht für mich eher so aus, als ob jemand Boris Karloffs Frankensteinmonster auf Rollerblades gestellt und dann kräftig angeschubst hat… Aber egal, die Musik geht mindestens so ab wie der pink behemdete Herr in den GIFs, wovon man sich gerne in der weiter unten eingebauten  Youtube-Playlist überzeugen darf. Wer weder Lust noch Zeit für das volle Programm hat, mag sich vielleicht meine Anspieltips reinziehen?

Die da wären: Best of Both Worlds (immer feste druff), Jimmy Sharman’s Boxers (Gänsefellsong!) und der finale herzliche Arschtritt Stand in Line.

Tracklist:

  1. Best of Both Worlds
  2. When the Generals Talk
  3. Minutes to Midnight
  4. Sleep
  5. Only the Strong
  6. Short Memory
  7. Kosciuszko
  8. US Forces
  9. Jimmy Sharman’s Boxers
  10. Back on the Borderline
  11. Tin-legs and Tin Mines
  12. Don’t Wanna Be the One
  13. Power and the Passion
  14. Read about It
  15. Harrisburg
  16. Stand in Line

Nine Inch Nails live at Woodstock ’94

Heute wird ausnahmsweise in der Rubrik Song des Tages ein ganzes Konzert abgefeiert, zu sehr begeistert mich auch 20 Jahre nach einem langen Wochenende vor der heimischen Glotze und heißlaufendem Premiere-Receiver der absolute Höhepunkt der Woodstock-Wiedergeburt in Gestalt von fünf prächtig herumlärmenden und -hüpfenden Schlammspringern aka den damals noch nicht (fast) jedermann bekannten Nine Inch Nails. Für mich ist das immer noch ein ganz besonderes Leckerli, hatte ich sie doch im selben Jahr auch in sehr kleinem Rahmen in München gesehen — erste Reihe Mitte, blaue Flecken galore, klatschnass geschwitzte Klamotten in kalter Nacht, eine unter vollem Körpereinsatz meinerseits (erwähnte ich schon die blauen Flecken?) ergatterte Keyboardtaste von Trent fest unklammert — und schwelge mit diesem Konzert fast schon ein bisschen ekstatisch in Erinnerungen an dieses auf ewig in meinen Top 5 festgenagelte Konzerthighlight.

LAUT hören!!

 

Setlist:

Pinion – 0:00
Terrible Lie – 3:55
Sin – 9:14
March Of The Pigs – 13:27
Something I Can Never Have – 17:21
Closer – 23:51
Reptile – 30:29
Wish – 36:55
Suck – 40:34
Burn – 45:08
The Only Time – 50:20
Down In It – 55:51
Dead Souls – 1:01:24
Help Me I Am In Hell – 1:07:08
Happiness In Slavery – 1:10:03
Head Like A Hole – 1:15:29


Nachtrag: aber ja doch, selbstverständlich halte ich die damals ergatterte Keyboardtaste nach wie vor in Ehren! Die liegt mit lauter anderen NIN-Devotionalien aus ca. 24 Jahren mehr oder weniger heftigem Fandasein in meinem… ähm… Couchtisch unter Glas. Jeder Nachmittagstee am Wochenende oder im Urlaub ist so was ganz besonderes ;)

nintastic

Carl Craig, Francesco Tristano & Moritz von Oswald | Versus 2.0

Zwei Elektroniker und ein Mann am Klavier, und schon hänge ich fasziniert die ganzen 97 Minuten mit heftig wackelnden und zuckenden Gliedmaßen vor dem PC. Ist aber auch wirklich vom allerfeinsten, wie hier demonstriert wird, was elektronische Musik aka Techno zu bieten hat, wenn echte Könner ihres Fachs am Werk sind. Namentlich sind das die Elektropioniere Carl Craig und Moritz von Oswald, sowie der klassische Pianist Francesco Tristano. Egal ob ruhig oder rythmischer Flächenbrand, Langeweile ist den dreien ein Fremdwort…

…aber was laber ich, selber hören (und sehen)!

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