The Terror (Trailer & Featurette)

Passend zum diesjährigen Frühlingswetter ist auf Amazon Prime die Verfilmung von Dan Simmons History-Horror-Roman The Terror abrufbar, jeweils montags dienstags mit einer neuen Episode. Und die beiden bislang veröffentlichten Folgen machen mir durchaus Lust, mehr Zeit mit den im Packeis gestrandeten Seeleuten zu verbringen, in klirrender Kälte und mit einer mysteriösen Bedrohung am Hacken, die schon bald beginnt, die Besatzungen der beiden Schiffe HMS Terror und Erebus zu dezimieren.

Mich hat ja nur schon die Beteiligung von Jared Harris als Kapitän der Terror zum Anschauen verleitet (Seebären kann er!), mit den zusätzlichen Zückerchen Ciaràn Hinds als Expeditionsleiter Sir John Franklin und Ridley Scott als Produzent. Da kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Ok, außer einem Cameo der Titanic vielleicht…

The Terror anschauen ➽

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Jaws | Peter Benchley (1974)

Sharks have everything a scientist dreams of. They’re beautiful – God, how beautiful they are! They’re like an impossibly perfect piece of machinery. They’re as graceful as any bird. They’re as mysterious as any animal on earth.

eBook, ca. 340 Seiten, Englisch

Ich mag Haie. Steven Spielbergs Der weiße Hai hat sicherlich einen nicht geringen Anteil an meiner Faszination für diese urtümlichen und respekteinflößenden Tiere, da war es nur logisch, dass ich irgendwann auch bei der literarischen Vorlage für diesen Film landen würde.

Die Story ist größtenteils identisch mit der Verfilmung  (Hai frisst Einheimische und Badegäste; Sheriff darf nicht so durchgreifen, wie er möchte; Sheriff und Co. legen sich final mit dem Hai an), es gesellt sich hauptsächlich nur ein wenig Beziehungstrallafitti bei den Brodys und mehr Hintergrundwissen um den Bürgermeister und seine nicht unbedingt dem Gemeinwohl geschuldeten Gründe für das Beharren auf Öffnung der Strände hinzu.

Ja lohnt es sich dann überhaupt, dieses Buch zu lesen?

Ich sag mal vorsichtig: ja. Vorausgesetzt, man hat ein Herz für schnörkellos auf die nächste Konfrontation zuschreibende Texte, die sich nicht lange mit ausufernden Charakterisierungen der Protagonisten aufhalten, und aus heutiger Sicht auch keine Preise der zuständigen Gleichstellungsbeauftragten erhalten würden. Dann macht der Papierhai aber durchaus Spaß.

‘I’ll tell you what, Hooper. At this point, if someone came in here and said he was Superman and he could piss that shark away from here, I’d say fine and dandy. I’d even hold his dick for him.’

Zwischen Sheriff Brody, dem Biologen Hooper und Seebär Quint stehen in der zweiten Hälfte des Buchs vor allem Mißtrauen, Arroganz und Feindseligkeit im Weg herum, was auch auf dem Papier bestens zur Spannungserzeugung funktioniert. Zum Sympathieträger taugt keiner dieser Herrschaften, aber das vermisse ich auch nicht. Drei Arschkrampen in einem Boot wissen durchaus, wie man den Leser unterhaltsam an die Lektüre fesselt! Und der bedrohlich durchs Wasser schleichende Hai sorgt für den Rest…

Von mir für kurzweilige Lesestunden mit Fischbeilage: ★★★☆☆

Jaws auf Goodreads

Lustkiller

sexy-times

She met his eyes. They held her, penetrated her, set warm fluid spreading in her loins.

Richard Laymon (The Cellar)

Erkenntnis des Tages: Horrorautor Richard Laymon kann nur lesen, wer mit absoluter Schmerzfreiheit bezüglich konsequent grottig geschriebener, penetrant dummer und viel zu oft eingestreuter Balz- und Sexszenen gesegnet ist, auch wenn das obige Beispiel für ihn schon geradezu Shakespeare ist. Ein, zwei mal kann ich ja drüber lachen, aber dann wird es nur noch lästig und animiert zu Fremdscham im Quadrat.

Wie der sich so lange in der Gunst der Horrorliebhaber halten konnte, ist mir komplett schleierhaft.

gelesen: September 2016

Um wenigstens den Anschein von Aktivität auf diesem Blog zu erwecken, werde ich versuchen, meine monatliche Leseausbeute in einem handlichen Beitrag zusammenzufassen. Mit ein bisschen Schweinehund treten und Gassi führen halte ich das vielleicht sogar durch. Wünscht mir Glück.

Ach ja, die Übersetzung der Sternchenwerferei muss da irgendwo rechts in der Sidebar stecken ➽

  1. Robert Sheckley | Can You Feel Anything When I Do This? (1971)
    Eine der vielen Kurzgeschichtensammlungen des Meisters der SciFi mit spitzer Feder, wie (fast) immer ein Hochgenuss und alle zu werfenden Sterne wert, die man in Griffweite findet.
  2. Ben Schott | Schottenfreude: German Words for the Human Condition (2013)
    Eine tiefe Verbeugung vor der deutschen Sprache und ihrer Eignung als verbale Legoschatztruhe, mit deren Bausteinen man wirklich für alles und jedes eine passende Bezeichnung zusammenbasteln kann. Leider ergeben viele Wortschöpfungen Schotts keinen nachvollziehbaren Sinn, manche existieren bereits und bedeuten etwas z.T. vollkommen anderes als das, was der Autor ihnen zugedacht hat. Ein nettes Büchlein zum Durchblättern und Schmunzeln, dafür immer noch:
    ★★★☆☆
  3. Adam Millard | Larry (2014)
    Was machen eigentlich Serienkiller, wenn sie sich rechtzeitig zur Ruhe setzen und unbeschadet in’s Rentenalter kommen? Ganz einfach: irgendwann wird das Leben im Ruhestand doch zu langweilig, Axt, Metzgerschürze und Maske liebevoll entstaubt, und wieder zum Halali auf kreischende Teenies im einsamen Feriencamp im Wald geblasen. Was sich dann auch recht flott und witzig liest, auch wenn besonders die Dialoge etwas zu oft an ihrer arg gewollten Lässigkeit scheitern. Macht aber trotzdem Spaß, drum auch hier:
    ★★★☆☆
  4. Matthew Vaughn | The ADHD Vampire (2015)
    Das Bizarro-Genre ist mir in den letzten paar Jahren sehr ans Herz gewachsen, ich entdecke dort immer wieder Autoren, die mit ihrer sehr eigenen, speziellen Handschrift echte Perlen anbieten, die deutlich mehr können als nur abgedreht und „anders“ zu sein. Und dann gibt es die Autoren, die außer einer ekelzentrierten Fantasie nicht viel am Start haben, nicht einmal einen Schreibstil, der über Schüleraufsatzniveau hinauskommt. Was die Goodreads-User daran so toll finden, entzieht sich komplett meinem Verständnis, ich kann meine Lesezeit besser verbringen.
    Setzen, ★☆☆☆☆
  5. Pat Murphy | The City, Not Long After (1989)
    Eine geradezu poetische Endzeitvision, die überwiegend in San Francisco nach der großen, weltweiten Seuche spielt. In dieser Stadt haben sich die Künstler, Tagträumer und Visionäre einen Ort erschaffen, der ein recht friedliches, unabhängiges Leben ermöglicht. Was natürlich nicht von Dauer sein darf, gibt es im Umland doch immer noch genug Betonköpfe alter Schule, die lieber brennen sehen, was sich ihren Vorstellungen widersetzt, als einfach weiter zu ziehen. Die Endzeithippies wissen sich allerdings auf ihre Art zu wehren, und die entspricht nicht dem, was die Invasoren erwarten. Ich dagegen freue mich über eine Apocalypse, die sich nicht in endlosen Beschreibungen der Seuche ergeht, sondern das Augenmerk voll und ganz auf das Danach richtet. Stellenweise märchenhaft, durchaus plüschig, und sehr sympathisch. Und die bessere Katniss heißt Jax. Ha! :)
    ★★★★☆
  6. Stephen Laws | Spectre (1987)
    Ich mag die Geschichten dieses vollkommen zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Autors, für mich ist er einer der Geheimtips des typischen 80s-Horrors, der meist frei vom heute üblichen Romanzendreck seine fiesen Ideen (abseits von ausgelutschten Vampiren und Zombies) ins schwarze Ziel getragen hat. Aber ausgerechnet diese Story um die bösartigen Geister der Vergangenheit ist mir zu sehr klischeebehaftetes Zehn kleine Negerlein, dazu viel zu vorhersehbar. Die wunderbar creepy Atmosphäre und der effektive Einsatz erprobter Stilelemente des Genres hat es dann trotzdem unterhaltsam sein lassen. Ein bisschen wie die alten Hammer-Filme, die ja auch Spaß machen, ohne groß Anspruch zu haben ;)
    ★★★☆☆

Radiohead | Burn the Witch

Oooooh, es gibt Neues von Radiohead, und dieser eine Track klingt jetzt schon besser als das ganze letzte Album zusammen! Dazu ein Musikvideo, das mich entzückt aufquietschen lässt, wird hier doch klassisches UK-Kinderfernsehen (Camberwick Green) mit der fiesen Geschichte vom Wickerman (das Original, geht mir bloß weg mit dem Nicolas Cage-Scheiß) zusammengebracht.

Und lieg ich etwa komplett falsch, wenn mir die Lyrics wie ein ausgestreckter Mittelfinger in Richtung Hordenbildung fanatischer Art in (a)sozialen Medien erscheinen? Egal, auf jeden Fall sehr stimmig, das Paket ❤

Stay in the shadows
Cheer at the gallows
This is a round up

This is a low flying panic attack
Sing a song on the jukebox that goes

Burn the witch
Burn the witch
We know where you live

Red crosses on wooden doors
And if you float you burn
Loose talk around tables
Abandon all reason
Avoid all eye contact
Do not react
Shoot the messengers

This is a low flying panic attack
Sing the song of sixpence that goes

Burn the witch
Burn the witch
We know where you live
We know where you live

Schattenspiele

Ist das nun einfach nur ein harmloser Schatten, den dieser Baum unschuldig wirft, oder hören auch andere düster elektronisch pluckernde Klänge aus dem Off und möchten der nichtsahnenden Passantin eine Warnung zurufen? Eine Warnung vor der Gefahr, die in den nach ihr greifenden, immer länger werdenden Armen lauert? Ja hat die Frau denn nie Evil Dead gesehen, dass sie die Bedrohung nicht wahrnimmt??

Oder hab ich den Film einfach nur ein paar mal zu oft gesehen, und sollte beim Fotografieren mein Kopfkino besser unter Kontrolle halten…