A Night With a Vampire [Audiobooks]

BBC4 extraDie Stöberei in den BBC-Radioarchiven vom Wochenende hat mir neben den Desert Island Discs noch eine weitere lohnenswerte Entdeckung auf dem Silbertablett präsentiert: David Tennant ist ein richtig guter Vorleser! Und wenn ihn niemand aufhält, macht er im Inselradio von diesem Talent Gebrauch und sorgt aktuell mit fünf jeweils 15minütigen Vampirgeschichten für angenehme Weihnachtsstimmung. Gans auf dem Teller und sanft in der warmen Brise aus der Küche wogendes Gänsefell im Genick, so gefällt mir das :)

Und wer mag, kann sich den Vorleser gerne so vorstellen:

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  1. The Lady of the House of Love (Angela Carter, 1979) [bis 7.1.2016, 1:30 MEZ]
  2. The Girl With the Hungry Eyes (Fritz Lieber, 1949) [bis 8.1.2016, 1:30 MEZ]
  3. Bewitched (Edith Wharton, 1925) [bis 9.1.2016, 1:30 MEZ]
  4. Drink My Blood (Richard Matheson, 1951) [bis 10.1.2016, 1:30 MEZ]
  5. A Lot of Mince Pies (Robert Swindells, 1986) [bis 11.1.2016, 1:30 MEZ]

Desert Island Discs: David Tennant

BBC4Was mach ich, wenn ich dank Sturm und grauem Himmel nicht die geringste Lust habe, meinen Hintern auch nur einen Meter vor die Haustür zu bewegen? Richtig. Ich schnüffel mich durch das Radioarchiv der BBC und hab den größten Spaß dabei. Dass ich im Zuge dieser Selbstbeschäftigungsmaßnahme unter anderem endlich die kompletten 202 Seiten der Interviewreihe mit Musik namens Desert Island Discs durchgeklickt habe (mir war wirklich langweilig), soll sich auch hier im Blog auswirken: in loser Folge werde ich die für mich interessantesten Episoden hier reinwerfen und möglichst mit einer Spotify-Playlist ergänzen.

Das Format der Sendung ist simpel: der mehr oder weniger prominente Gesprächspartner der durchgehend angenehm zurückhaltenden Moderatoren spricht in entspannter Atmosphäre über Projekte, sein Leben und was gerade so ansteht, und dazwischen werden acht Musiktitel kurz angespielt, die dieser Gast auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Ein großer Teil der 30-40 Minuten dauernden Sendungen steht auch als Download im MP3-Format zur Verfügung, eignet sich also wunderbar für die morgendliche Fahrt zur Arbeit etc.

Den Anfang macht ein Gespräch mit David Tennant vom 27. Dezember 2009, mit Kirsty Young als Gastgeberin. Ein großes Thema ist natürlich Doctor Who, aber auch seine Kindheit und der Weg zur Schauspielerei nimmt reichlich Raum ein. Man muß kein in der Wolle gefärbter Fan sein, um das interessant zu finden, der Plausch ist einfach nur sehr charmant und keine Sekunde langweilig. Von mir aus hätte er allerdings auch über Quantenmechanik oder die tieferen Geheimnisse der Englischen Grammatik sprechen können – sein herrlich schottischer Akzent versüßt einfach alles :)

 Desert Island Discs: David Tennant (27.12.09)

Seine 8 Titel für die Insel:

  1. The Proclaimers | Over and Done With
  2. Elvis Costello | Oliver’s Army
  3. The Housemartins | Me and the Farmer
  4. Deacon Blue | Dignity
  5. Kaiser Chiefs | Ruby
  6. Billy Bragg | Greetings to the New Brunette
  7. Timothy David Minchin | White Wine in the Sun
  8. Eddie Izzard | The Starship Enterprise

Jane Austen | Mansfield Park [Hörspiel]

BBC4 extraAch ja, was tu ich mir nicht alles an, wenn nur die richtigen Leute ihre Finger im Spiel haben… dann höre ich sogar freiwillig der Hörspielfassung eines Buchs von Jane Austen im englischen O-Ton zu, obwohl diese Autorin bei mir eher keine Begeisterungsstürme auslöst. Schlafanfälle sind allerdings durchaus drin.

In diesem Fall handelt es sich um ihren dritten Roman Mansfield Park, und was mich erst zum Zuhören bei diesem extrasteifen Trallafitti um Herz, Schmerz, Beziehungsleid und Klassenstress bewegt und dann vom Wegdösen abhält, ist die Besetzung mit den im Jahre 2003 noch mehr oder weniger unbekannten Schnullerbacken Benedict Cumberbatch als Edmund Bertram, seines Zeichens angehimmelter Schwarm der Hauptfigur Fanny Price, und David Tennant als sein Bruder Tom, Tierkreiszeichen Taugenichts. Die zwei beiden dürfen mir wirklich alles erzählen…

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Zwei jeweils 15minütige Episoden sind gestern und heute bereits gelaufen, acht weitere stehen in den nächsten Tagen (jeweils Mo – Fr um 15 Uhr unserer Zeit, 14 Uhr in UK) noch an, jede Episode ist ab Ausstrahlung weitere sieben Tage on Demand abrufbar.

Mansfield Park im BBC iPlayer

Den englischen Roman erhält man ganz legal kostenlos bei Project Gutenberg in den gängigen eBook-Formaten: KLICK.

Media Monday #148

Immer wieder Montags

1. Die beste Film-Szene, die in Berlin spielt ist schlicht und ergreifend jede Szene in Billy Wilders Kalter-Krieg-Screwballkomödie One, Two, Three (Eins, Zwei, Drei) von 1961. James Cagney, Horst Buchholz und eine unverschämt aufreizende Liselotte Pulver (doch, ernsthaft) holen aus der geteilten Stadt alles raus, was geht. Und das ist nicht wenig!

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2. Ein Abend mit einem guten Film, abgeschaltetem Handteil des Festnetztelefons (das Handy ist eh immer aus), meiner Katze auf dem Schoß, in Reichweite Knabberkram und ein lecker Glas Portwein oder (im Winter!) eine Kanne duftenden Schwarztees ist für mich der perfekte Filmeabend.

3. ______ macht einen nicht unbeträchtlichen Teil der Faszination von ______ aus, weil ______ .  Ähm… öhm… hmpf… ich fürchte, mich fasziniert viel zu vieles, um da aus dem Stehgreif eine vernünftige Antwort geben zu können. Shame on me.

4. Wie ich Filme schaue und erlebe, hat sich durch das Internet/die sozialen Netze vor allem dahingehend verändert, dass ich eine viel größere Bandbreite von obskuren Exoten bis unerwartet interessanten Blockbustern auf dem Radar habe, als es mir die Informationsbeschaffung durch klassische Filmzeitschriften je ermöglichen konnte.

5. Wenn ich die Chance hätte, in einem schön trashigen Horrorfilm als Zombiestatist durchs Bild zu wanken, ginge damit ein Traum für mich in Erfüllung.

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6. ______ scheint die besten Tage hinter sich zu haben, weil ______ . Nö, da mag ich zumindest heute nicht lästern, zu oft wurde ich von einem von mir längst abgeschriebenen Namen dann doch nochmal hinterrücks eines besseren belehrt.

7. Zuletzt gesehen habe ich die TV-Fassung des RSC-Hamlets von 2009 und das waren überaus faszinierende drei Stunden, weil David Tennant und Patrick Stewart inmitten eines durchgehend toll besetzten Ensembles sehr deutlich zeigen, dass sie so weit mehr sind als leicht zu konsumierende TV-Seriengesichter. Diese Kritik im Guardian zur Theateraufführung kann ich Wort für Wort unterschreiben: KLICK.

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