Lustkiller

sexy-times

She met his eyes. They held her, penetrated her, set warm fluid spreading in her loins.

Richard Laymon (The Cellar)

Erkenntnis des Tages: Horrorautor Richard Laymon kann nur lesen, wer mit absoluter Schmerzfreiheit bezüglich konsequent grottig geschriebener, penetrant dummer und viel zu oft eingestreuter Balz- und Sexszenen gesegnet ist, auch wenn das obige Beispiel für ihn schon geradezu Shakespeare ist. Ein, zwei mal kann ich ja drüber lachen, aber dann wird es nur noch lästig und animiert zu Fremdscham im Quadrat.

Wie der sich so lange in der Gunst der Horrorliebhaber halten konnte, ist mir komplett schleierhaft.

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5 Songs die mich automatisch an einen Film denken lassen

Meine letzten „5 Besten“ habe ich im frühen 14. Jhd. vorgestellt, es war #4. Also höchste Zeit, endlich auch mal wieder Goranas Ruf aus der ERGOThek zu folgen, und fünf mal akustisches Kopfkino vorzustellen:

Dead Can Dance | The Host of Seraphim (The Mist)

Ein Video, das mit einer meiner liebsten Stephen King-Verfilmungen nichts zu tun hat, ich möchte ja keinem das Ende verspoilern. Der Song selber ist sowieso Gänsefell pur. Großartiges Stück, für mich untrennbar mit dem Film verbunden, da es dem an sich schon heftigen Schluss noch mehr Wirkung verpasst. Wer den Film kennt, weiß, was ich meine.

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Richard Cheese | Down With the Sickness (Dawn of the Dead)

Und nochmal Horror, diesmal geht es fingerschnipsend und am Martini nippend in die Zombiecalypse. Manche Ideen sind so doof, dass sie sogar funktionieren.

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Vera Lynn | We’ll Meet Again (Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb)

Der Soundtrack zum atomaren Untergang, mit einem unverschämt hohen Mitsingfaktor. Und ich kann nicht mal singen. Egal. Hört dann eh keiner mehr.

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Huey Lewis and the News | The Power of Love (Back to the Future)

Dazu brauch ich wohl nix schreiben :)

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Donna Summer | Hot Stuff (The Full Monty)

So viele Songs haben sich mit Bildern dieses Films in mein Hirn gegraben, dass dieser nur stellvertretend genannt sein soll. Diese Szene im Arbeitsamt ist aber auch pures, reines Gold <3

Rollerball (USA, 2002)

Originaltitel: Rollerball
Regie: John McTiernan

Zeit, mal wieder ein bisschen meine generelle Abneigung gegen Remakes, Reboots und Re-wasauchimmer zu pflegen. Es ist ja nicht prinzipiell alles schlecht, was in diesem Bereich geboten wird, aber manches lässt mir dann doch einen bunten Strauß Federn wachsen und nach dem nächsten Betonmischer suchen…

rollerball-2002-posterUi, eine Inhaltsbeschreibung ist jetzt reichlich viel verlangt, haben wir es doch hier mit einem SWS-Film zu tun:

Story? Welche Story?!?

Na gut, einen Versuch ist es wert… Der junge Möchtegern-Rebell Jonathan hat in den USA Stress mit der Obrigkeit und folgt seinem Kumpel in’s finstere Kirgisistan, um dort mit dem modernen Gladiatoren-Verschnitt Rollerball Geld ohne Ende zu verdienen. Der fiese Teamchef sorgt für blutige Unfälle, um die Einschaltquoten zu steigern, Jonathan kommt dahinter, sein Kumpel muss natürlich sein Leben lassen, und am Ende wird alles gut. Viel mehr gibt’s da nicht zu erzählen. Wirklich.

zum Kotzen

Wie bitte? Was das heissen soll? Ganz einfach: Lässt sich höchstens bekifft und besoffen ertragen, zum kotzen schlecht isses trotzdem…

Details? Gerne. Fangen wir mit der Regie an – sie findet schlicht und ergreifend nicht statt. Schauspielerführung ist ein Fremdwort für McTiernan, die versammelte Mannschaft macht jedenfalls nicht wirklich den Eindruck, von sowas wie Regieanweisungen belästigt worden zu sein. Selbst der ansonsten zuverlässige Jean Reno liefert hier eine Vorstellung ab, die man nur mit sehr viel Wohlwollen grad noch als Karikatur eines russischen Bösewichts bezeichnen könnte. Schmierentheater ist allerdings das Wort, dass mir eher in den Sinn kommt. Kamera und Schnitt passen sich dem Niveau der schauspielerischen Leistungen an und brillieren durch hektische Schwenks und sinnfreie Bildfolgen, die vor allem der total überzogenen Action in der Arena den Rest geben. Das reisst nicht mit, sondern langweilt nur. Der Kostümdesigner ist offensichtlich Fan vom Kölner Karneval, und so weiter und so fort.

Es gibt wirklich nicht EIN gutes Haar an diesem Machwerk, und dass hier ein genialer Film der 70er Jahre verhunzt wurde, macht es nur noch schlimmer. Der „Rollerball“ von 1975 hatte eine plausible Story um die Macht von Großkonzernen, gesteuerten Medien und die Lust an der Gewalt, die in den meisten von uns schlummert, und Regisseur Norman Jewison wusste dieses Thema packend und treffend umzusetzen. Von diesem Ansatz ist nichts übrig geblieben, das Remake suhlt sich nur noch in der Gewalt, die es angeblich verurteilen will und vergisst darüber komplett die Story – setzen, 6, Thema verfehlt!

★☆☆☆☆