Basil Rathbone & Vincent Price lesen Edgar Allan Poe [Audiobook]

spotifyUnd mein kleines, schwarzes Fangirlherz kriegt sich fast nicht mehr ein, weil diese rund fünf Stunden umfassende Sammlung nicht nur auf CD, sondern auch kostenlos via Spotify zu hören ist!

fangirling

Wer sich nun fragt, wer denn bitteschön Basil Rathbone oder Vincent Price überhaupt sein sollen, dass ich wegen denen so in Verzückung gerate, möge sich bitte in die nächste aufzufindende Ecke begeben und sich ein paar Stunden schämen. Aber sofort!

Alle anderen dürfen sich ohne Umwege an den meisterhaft dargebotenen Geschichten und Gedichten des Gruselgroßmeisters Edgar Allan Poe ergötzen, unter anderem The Tell-Tale Heart, The Raven, The Fall of the House of Usher, The Masque of the Red Death, und weitere Klassiker des Genres.

Wer bei Rathbones großartiger Rezitation von The Raven keine Gänsepelle davonträgt, dem ist nicht mehr zu helfen…

And the Raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon’s that is dreaming,
And the lamp-light o’er him streaming throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on the floor
Shall be lifted — nevermore!

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Jeremy Irons liest T.S. Eliots „The Naming of Cats“ [Audiobook]

BBC4Welcher Katzenbedienstete kennt nicht das nervenaufreibende Drama, den einzig richtigen, passenden Namen für seinen pelzigen Vorgesetzten zu finden? Ich habe über diese Frage durchaus schon tagelang gebrütet, nur um dann wieder einmal festzustellen, dass es eigentlich verschwendete Zeit war. Die ihres Status sehr bewusste Katze hört eh nicht, wenn man sie ruft.

Nichtsdestotrotz gibt es von T.S. Eliot einen sehr schönen Leitfaden zum Thema in Gedichtform, für die BBC mit passend schnurrender Stimme von Jeremy Irons vorgelesen. Ich möchte mich am liebsten auf dem Sofa zu einer Kugel zusammenrollen und dezent mitschnurren…

The Naming of Cats, by T. S. Eliot ➽ (bis 21.1.2016, 13:17 MEZ)

The Naming of Cats is a difficult matter,
It isn’t just one of your holiday games;
You may think at first I’m as mad as a hatter
When I tell you, a cat must have THREE DIFFERENT NAMES.
First of all, there’s the name that the family use daily,
Such as Peter, Augustus, Alonzo or James,
Such as Victor or Jonathan, George or Bill Bailey–
All of them sensible everyday names.
There are fancier names if you think they sound sweeter,
Some for the gentlemen, some for the dames:
Such as Plato, Admetus, Electra, Demeter–
But all of them sensible everyday names.
But I tell you, a cat needs a name that’s particular,
A name that’s peculiar, and more dignified,
Else how can he keep up his tail perpendicular,
Or spread out his whiskers, or cherish his pride?
Of names of this kind, I can give you a quorum,
Such as Munkustrap, Quaxo, or Coricopat,
Such as Bombalurina, or else Jellylorum-
Names that never belong to more than one cat.
But above and beyond there’s still one name left over,
And that is the name that you never will guess;
The name that no human research can discover–
But THE CAT HIMSELF KNOWS, and will never confess.
When you notice a cat in profound meditation,
The reason, I tell you, is always the same:
His mind is engaged in a rapt contemplation
Of the thought, of the thought, of the thought of his name:
His ineffable effable
Effanineffable
Deep and inscrutable singular Name.

A Night With a Vampire [Audiobooks]

BBC4 extraDie Stöberei in den BBC-Radioarchiven vom Wochenende hat mir neben den Desert Island Discs noch eine weitere lohnenswerte Entdeckung auf dem Silbertablett präsentiert: David Tennant ist ein richtig guter Vorleser! Und wenn ihn niemand aufhält, macht er im Inselradio von diesem Talent Gebrauch und sorgt aktuell mit fünf jeweils 15minütigen Vampirgeschichten für angenehme Weihnachtsstimmung. Gans auf dem Teller und sanft in der warmen Brise aus der Küche wogendes Gänsefell im Genick, so gefällt mir das :)

Und wer mag, kann sich den Vorleser gerne so vorstellen:

dt-words

  1. The Lady of the House of Love (Angela Carter, 1979) [bis 7.1.2016, 1:30 MEZ]
  2. The Girl With the Hungry Eyes (Fritz Lieber, 1949) [bis 8.1.2016, 1:30 MEZ]
  3. Bewitched (Edith Wharton, 1925) [bis 9.1.2016, 1:30 MEZ]
  4. Drink My Blood (Richard Matheson, 1951) [bis 10.1.2016, 1:30 MEZ]
  5. A Lot of Mince Pies (Robert Swindells, 1986) [bis 11.1.2016, 1:30 MEZ]

My Dear Bessie [Audiobook]

BBC4Nach viel zu langer Funkstille heute nur ein schnelles Drive-By-Posting, bevor es (wieder mal) zu spät ist. Vor dem nächsten Wochenende komme ich doch garantiert zu nix…

Es wäre aber auch zu schade, wenn die aktuellste Radioproduktion mit Benedict Cumberbatch und Louise Brealey (Sherlocks Molly Hooper) an den Mikrophonen unerwähnt bliebe. My Dear Bessie lässt Briefe zu neuem Leben erwachen, die sich der britische Soldat Chris Barker und seine ehemalige Arbeitskollegin Bessie Moore in London während des WWII schickten, und in denen recht schnell klar wurde, dass sich hier zwei gesucht und gefunden hatten. Scheiß doch auf die Entfernung, mit wohlgedrechselten Worten lässt sichs auch bestens baggern – was vor allem Chris mit einer gewissen Hingabe tut. Den Hörerreaktionen nach zu urteilen gab es nicht wenige rote Ohren an Büroradios auf der Insel :)

Was auch kein Wunder ist, wenn man erst mal hört, wie Mr. Cumberbatch seinen Soldatenalltag nebst Verdauung schildert und dann nahtlos zum lüsternen Angraben übergeht. Ein leichtes Zittern in den Knien ob der samtig vorgetragenen Anzüglichkeiten konnte auch ich nicht vermeiden… *hüstel*  Louise Brealey ist dagegen die eher zurückhaltende Dame, die unauffällig geschickt die Köder auslegt. Es ist wirklich ein Vergnügen, den beiden zuzuhören, von mir aus dürfen die gerne aus den gesammelten Briefen eine lange Hörbuchversion basteln. Ich würde entzückt stundenlang lauschen!

Der Stream ist noch 24 Tage lang auf der Website der BBC abrufbar:

My Dear Bessie (45min) ➽

 

Nachtrag: Schlopsi hat mich in den Kommentaren an ein Video mit einem dieser Briefe erinnert, das als Teaser für das diesjährige Letters Live aufgenommen wurde. Gehört einfach dazu, inklusive des Gegenstücks :)

Kurt Vonnegut | Report on the Barnhouse Effect [Audiobook]

kurt vonnegut

BBC4 extraLet me begin by saying that I don’t know any more about where Professor Arthur Barnhouse is hiding than anyone else does. Save for one short, enigmatic message left in my mailbox on Christmas Eve, I have not heard from him since his disappearance a year and a half ago.

Was dieser Professor Barnhouse so besonderes angestellt hat, warum er verschwunden ist und wem deshalb graue Haare wachsen, erfährt man in dieser halbstündigen Lesung der ersten veröffentlichten SciFi-Kurzgeschichte von Kurt Vonnegut aus dem Jahr 1950. Es liest in dieser Produktion für BBC Radio 4 Extra vor: Stuart Milligan, und das ziemlich gut. Die Sendung kann noch weitere fünf Tage hier aufgerufen werden:

Kurt Vonnegut – Report on the Barnhouse Effect ➔

Wer parallel dazu den Text mitlesen möchte, findet ihn z.B. auf dieser Website.

Als Extrazückerle habe ich im Internet Archive noch eine NBC-Hörspielfassung der leider kurzlebigen Sendereihe Dimension X ausgebuddelt, ebenfalls aus dem Jahr 1950. Mit Pauken, Trompeten und Theremin klingt das dann so:

Aber vorsichtig, wer im Archive erst einmal mit dem Stöbern anfängt, steigt in ein Fass ohne Boden… ;)

Franz Kafkas „Metamorphosis“ (Die Verwandlung) [Audiobook]

BBC4 extraFranz Kafka und ich, das ist seit meiner Schulzeit eine sehr, sehr schwierige Beziehung, der ich eigentlich keine echte Chance mehr eingeräumt hatte, die Abneigung saß doch zu tief. Bis zu dem Moment, in dem ich im Radioprogramm der BBC auf den Audiobook-Vierteiler „Metamorphosis“ (aka „Die Verwandlung“) gestoßen bin, der letztes Jahr als Wiederholung zu hören war. Auf Englisch kam der Text um Gregor Samsa und seine wundersame Verwandlung in ein abstoßendes Insekt mir längst nicht mehr so unsäglich verschwurbelt und verstaubt vor, wie ich ihn kannte, von Langeweile keine Spur. Und dann war da zu allem Überfluss mit Benedict Cumberbatch ein Vorleser am Werk, dem ich auch fasziniert durch eine dreißigstündige Lesung der Berliner Stadtverordnung mit sämtlichen Neben- und Beiwerken folgen würde. Obwohl ich mit Audiobooks eigentlich erst recht auf Kriegsfuß stehe.

Unvoreingenommen geht anders, geb ich zu. Aber wenn’s der Kultur dient… habe ich doch auf diese Art und Weise zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen Kafka-Text mit echtem Interesse wahrgenommen, statt mich gleich mit Grausen abzuwenden, und habe ihn mir inzwischen mehrmals mit zunehmender Faszination für den Stoff angehört. Als nächstes steht Orson Welles Verfilmung von „Der Prozess“ mit Anthony Perkins als Josef K. auf dem Stundenplan, und wenn mir das auch gut reinläuft, werde ich mich nochmal an die originalen Texte wagen. Drückt mir die Daumen.

Und hört euch diese feine Umsetzung selber an.

When Gregor Samsa woke one morning from uneasy dreams he found himself transformed in his bed into a monstrous insect…