Jeremy Irons liest T.S. Eliots „The Naming of Cats“ [Audiobook]

BBC4Welcher Katzenbedienstete kennt nicht das nervenaufreibende Drama, den einzig richtigen, passenden Namen für seinen pelzigen Vorgesetzten zu finden? Ich habe über diese Frage durchaus schon tagelang gebrütet, nur um dann wieder einmal festzustellen, dass es eigentlich verschwendete Zeit war. Die ihres Status sehr bewusste Katze hört eh nicht, wenn man sie ruft.

Nichtsdestotrotz gibt es von T.S. Eliot einen sehr schönen Leitfaden zum Thema in Gedichtform, für die BBC mit passend schnurrender Stimme von Jeremy Irons vorgelesen. Ich möchte mich am liebsten auf dem Sofa zu einer Kugel zusammenrollen und dezent mitschnurren…

The Naming of Cats, by T. S. Eliot ➽ (bis 21.1.2016, 13:17 MEZ)

The Naming of Cats is a difficult matter,
It isn’t just one of your holiday games;
You may think at first I’m as mad as a hatter
When I tell you, a cat must have THREE DIFFERENT NAMES.
First of all, there’s the name that the family use daily,
Such as Peter, Augustus, Alonzo or James,
Such as Victor or Jonathan, George or Bill Bailey–
All of them sensible everyday names.
There are fancier names if you think they sound sweeter,
Some for the gentlemen, some for the dames:
Such as Plato, Admetus, Electra, Demeter–
But all of them sensible everyday names.
But I tell you, a cat needs a name that’s particular,
A name that’s peculiar, and more dignified,
Else how can he keep up his tail perpendicular,
Or spread out his whiskers, or cherish his pride?
Of names of this kind, I can give you a quorum,
Such as Munkustrap, Quaxo, or Coricopat,
Such as Bombalurina, or else Jellylorum-
Names that never belong to more than one cat.
But above and beyond there’s still one name left over,
And that is the name that you never will guess;
The name that no human research can discover–
But THE CAT HIMSELF KNOWS, and will never confess.
When you notice a cat in profound meditation,
The reason, I tell you, is always the same:
His mind is engaged in a rapt contemplation
Of the thought, of the thought, of the thought of his name:
His ineffable effable
Effanineffable
Deep and inscrutable singular Name.

A Night With a Vampire [Audiobooks]

BBC4 extraDie Stöberei in den BBC-Radioarchiven vom Wochenende hat mir neben den Desert Island Discs noch eine weitere lohnenswerte Entdeckung auf dem Silbertablett präsentiert: David Tennant ist ein richtig guter Vorleser! Und wenn ihn niemand aufhält, macht er im Inselradio von diesem Talent Gebrauch und sorgt aktuell mit fünf jeweils 15minütigen Vampirgeschichten für angenehme Weihnachtsstimmung. Gans auf dem Teller und sanft in der warmen Brise aus der Küche wogendes Gänsefell im Genick, so gefällt mir das :)

Und wer mag, kann sich den Vorleser gerne so vorstellen:

dt-words

  1. The Lady of the House of Love (Angela Carter, 1979) [bis 7.1.2016, 1:30 MEZ]
  2. The Girl With the Hungry Eyes (Fritz Lieber, 1949) [bis 8.1.2016, 1:30 MEZ]
  3. Bewitched (Edith Wharton, 1925) [bis 9.1.2016, 1:30 MEZ]
  4. Drink My Blood (Richard Matheson, 1951) [bis 10.1.2016, 1:30 MEZ]
  5. A Lot of Mince Pies (Robert Swindells, 1986) [bis 11.1.2016, 1:30 MEZ]

Desert Island Discs: David Tennant

BBC4Was mach ich, wenn ich dank Sturm und grauem Himmel nicht die geringste Lust habe, meinen Hintern auch nur einen Meter vor die Haustür zu bewegen? Richtig. Ich schnüffel mich durch das Radioarchiv der BBC und hab den größten Spaß dabei. Dass ich im Zuge dieser Selbstbeschäftigungsmaßnahme unter anderem endlich die kompletten 202 Seiten der Interviewreihe mit Musik namens Desert Island Discs durchgeklickt habe (mir war wirklich langweilig), soll sich auch hier im Blog auswirken: in loser Folge werde ich die für mich interessantesten Episoden hier reinwerfen und möglichst mit einer Spotify-Playlist ergänzen.

Das Format der Sendung ist simpel: der mehr oder weniger prominente Gesprächspartner der durchgehend angenehm zurückhaltenden Moderatoren spricht in entspannter Atmosphäre über Projekte, sein Leben und was gerade so ansteht, und dazwischen werden acht Musiktitel kurz angespielt, die dieser Gast auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Ein großer Teil der 30-40 Minuten dauernden Sendungen steht auch als Download im MP3-Format zur Verfügung, eignet sich also wunderbar für die morgendliche Fahrt zur Arbeit etc.

Den Anfang macht ein Gespräch mit David Tennant vom 27. Dezember 2009, mit Kirsty Young als Gastgeberin. Ein großes Thema ist natürlich Doctor Who, aber auch seine Kindheit und der Weg zur Schauspielerei nimmt reichlich Raum ein. Man muß kein in der Wolle gefärbter Fan sein, um das interessant zu finden, der Plausch ist einfach nur sehr charmant und keine Sekunde langweilig. Von mir aus hätte er allerdings auch über Quantenmechanik oder die tieferen Geheimnisse der Englischen Grammatik sprechen können – sein herrlich schottischer Akzent versüßt einfach alles :)

 Desert Island Discs: David Tennant (27.12.09)

Seine 8 Titel für die Insel:

  1. The Proclaimers | Over and Done With
  2. Elvis Costello | Oliver’s Army
  3. The Housemartins | Me and the Farmer
  4. Deacon Blue | Dignity
  5. Kaiser Chiefs | Ruby
  6. Billy Bragg | Greetings to the New Brunette
  7. Timothy David Minchin | White Wine in the Sun
  8. Eddie Izzard | The Starship Enterprise

John Cales Sonntagsmusik

Logo_BBC_6_MusicLobet und preiset das FSM (und die BBC sowieso), Altmeister John Cale wurde in Vertretung von Jarvis Cocker für zwei Stunden das Heft der musikalischen Gestaltung des Sonntags in die Hand gegeben, und es war sehr sehr gut.

Nicht zuletzt deswegen, weil die Auswahl der gespielten Tracks eine gelungene Mischung aus alt und neu ist, von den Islay Brothers zu FKA twigs, und immer sehr zielsicher ausgesucht. Gut, von John Cale erwarte ich nichts anderes, aber trotzdem :)

John Cale’s Sunday Service ➽ (bis 29.9.2015, 19:00 MEZ)

Als Monty Python’s Fliegender Zirkus nach Deutschland kam

BBC4Nein, nicht die grauenhafte Synchronfassung der britischen Serie durch einen Privatsender, die ich gnädigerweise aus meinem Gedächtnis verbannen konnte. Gemeint sind natürlich die beiden Episoden, die 1971/72 exklusiv für das deutsche und österreichische Fernsehen produziert wurden. In Bayern, und die erste Episode zum Schrecken der Pythons auf Deutsch. Egal, dass keiner der Herrschaften die Sprache beherrschte, Methode Papagei ging auch :)

Dieses hysterische historische TV-Ereignis wird nun von der BBC mit einer 30minütigen Radiodoku gewürdigt, in der u.A. Terry Jones, Michael Palin und der damalige Produzent des für die TV-Landschaft dieser Zeit neuartigen Projektes, kein Geringerer als Alfred Biolek, zu Wort kommen. Die höchst amüsanten Anekdoten des unvermeidlichen Kulturschocks (auf beiden Seiten) füllen die Sendezeit mühelos, ich wünsche mir fast eine Zeitmaschine herbei, um bei diesem Dreh Mäuschen spielen zu können!

Für diejenigen, die noch nie etwas davon gehört oder gesehen haben, gibt es dank der Tube Nachhilfe. Selten wurde Rotkäppchen trefflicher dargestellt… und nie war ein Zöllnerchor stimmgewaltiger!

Rumpole and the Portia of our Chambers [Hörspiel]

BBC4Schöne Sommerüberraschung von BBC Radio 4: es gibt vier brandneue Episoden um Rechtsanwalt Horace Rumpole, wie gewohnt mit Schokostimme Benedict Cumberbatch in der Titelrolle des jungen Rumpole. Die Erstausstrahlung erfolgt im Wochentakt, immer Freitags von 15:15 bis 16:00 Uhr unserer Zeit. Nicht vergessen, auf der Insel gehen die Uhren eine Stunde nach!

Auch in der ersten neuen Episode hängt der Haussegen der Rumpoles mehr als nur ein bisschen schief, es wird fremdgegangen, gezweifelt, verzweifelt, billiger Rotwein verputzt und ein irischer Klient betüddelt. Alles natürlich very very british, und deutlich mehr Dramödie als einen Schenkelklopfer nach dem anderen liefernd. Für Freunde der Schokostimme sowieso Pflichtprogramm… *hachz*

Links werden bei Verfügbarkeit ergänzt:

  1. Rumpole and the Portia of our Chambers ➽ (bis 2.8.2015, 16:00 MEZ)
  2. Rumpole and the Bubble Reputation ➽ (bis 9.8.2015, 16:00 MEZ)
  3. Rumpole and the Age of Miracles ➽ (bis 16.8.2015, 16:00 MEZ)
  4. Rumpole and the Tap End ➽ (bis 23.8.2015, 16:00 MEZ)