Rollerball (USA, 2002)

Originaltitel: Rollerball
Regie: John McTiernan

Zeit, mal wieder ein bisschen meine generelle Abneigung gegen Remakes, Reboots und Re-wasauchimmer zu pflegen. Es ist ja nicht prinzipiell alles schlecht, was in diesem Bereich geboten wird, aber manches lässt mir dann doch einen bunten Strauß Federn wachsen und nach dem nächsten Betonmischer suchen…

rollerball-2002-posterUi, eine Inhaltsbeschreibung ist jetzt reichlich viel verlangt, haben wir es doch hier mit einem SWS-Film zu tun:

Story? Welche Story?!?

Na gut, einen Versuch ist es wert… Der junge Möchtegern-Rebell Jonathan hat in den USA Stress mit der Obrigkeit und folgt seinem Kumpel in’s finstere Kirgisistan, um dort mit dem modernen Gladiatoren-Verschnitt Rollerball Geld ohne Ende zu verdienen. Der fiese Teamchef sorgt für blutige Unfälle, um die Einschaltquoten zu steigern, Jonathan kommt dahinter, sein Kumpel muss natürlich sein Leben lassen, und am Ende wird alles gut. Viel mehr gibt’s da nicht zu erzählen. Wirklich.

zum Kotzen

Wie bitte? Was das heissen soll? Ganz einfach: Lässt sich höchstens bekifft und besoffen ertragen, zum kotzen schlecht isses trotzdem…

Details? Gerne. Fangen wir mit der Regie an – sie findet schlicht und ergreifend nicht statt. Schauspielerführung ist ein Fremdwort für McTiernan, die versammelte Mannschaft macht jedenfalls nicht wirklich den Eindruck, von sowas wie Regieanweisungen belästigt worden zu sein. Selbst der ansonsten zuverlässige Jean Reno liefert hier eine Vorstellung ab, die man nur mit sehr viel Wohlwollen grad noch als Karikatur eines russischen Bösewichts bezeichnen könnte. Schmierentheater ist allerdings das Wort, dass mir eher in den Sinn kommt. Kamera und Schnitt passen sich dem Niveau der schauspielerischen Leistungen an und brillieren durch hektische Schwenks und sinnfreie Bildfolgen, die vor allem der total überzogenen Action in der Arena den Rest geben. Das reisst nicht mit, sondern langweilt nur. Der Kostümdesigner ist offensichtlich Fan vom Kölner Karneval, und so weiter und so fort.

Es gibt wirklich nicht EIN gutes Haar an diesem Machwerk, und dass hier ein genialer Film der 70er Jahre verhunzt wurde, macht es nur noch schlimmer. Der „Rollerball“ von 1975 hatte eine plausible Story um die Macht von Großkonzernen, gesteuerten Medien und die Lust an der Gewalt, die in den meisten von uns schlummert, und Regisseur Norman Jewison wusste dieses Thema packend und treffend umzusetzen. Von diesem Ansatz ist nichts übrig geblieben, das Remake suhlt sich nur noch in der Gewalt, die es angeblich verurteilen will und vergisst darüber komplett die Story – setzen, 6, Thema verfehlt!

★☆☆☆☆

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Doctor Strange (Trailer #2)

Der erste Teaser/Trailer für Doctor Strange hatte mich noch komplett kalt gelassen, sah der doch imho aus wie der übliche Marvel-Murks mit ein bisschen Eso-Trallafitti und einem Happen Inception, und ließ mich ernsthaft an Herrn Cumberbatchs glücklichem Händchen in seiner Rollenwahl der letzten Jahre zweifeln.

Der gestern Abend veröffentlichte Trailer macht das nun mehr als wett und mir den Schnabel durchaus ein bisschen wässrig. Das Eso-Gesummse ist nicht weniger geworden, aber allein schon die Optik lässt mich die erwartungsgemäß …ähm… schlichten Dialoge tolerieren. Sieht aus wie eine überbordende Mischung aus Matrix und Inception auf ganz viel lustigen, bunten Pillen, und hat mich allein damit so gut wie in der Tasche. Das ist doch wenigstens mal ein guter Grund, Geld für eine Kinokarte auszugeben!

Nur der amerikanische Akzent vom Doctor, der hätte nun wirklich nicht sein müssen. Klingt für meine Ohren arg angestrengt, wenn auch zum Trost mit dem tiefsten Stimmregister, das der Kerl aus der Kehle zaubern kann. Spätestens nach 15 Minuten werde ich also garantiert verzückt schnurrend den Albernheiten des Dialogbuchs lauschen…

Independence Day: Resurgence (Trailer)

Man darf mich gerne der Blasphemie und/oder des Wahnsinns bezichtigen, fest steht aber: dieser Trailer zu Roland Emmerichs zweitem Teil der Schwaben-SciFi macht mir auf den beworbenen Film um ein vielfaches mehr Bock als die Trailer zu den neuen Star Wars und Star Trek zusammen. Ich meine, jetzt mal ernsthaft… Roland hat den zum Silberfuchs mutierten Jeff Goldblum! RAWRRRR!

Und dazu sieht das nach herrlich blödem Popcornkino mit hohem Krawummfaktor aus, wie ich es ab und an ganz gerne mag. Star Wars 7 dagegen muß gegen meine Verachtung für George Lucas Versaubeutelung des ganzen Franchise anstinken, was bislang einfach nicht so recht funktionieren will, und über die Aussicht auf Fast & Furious mit Enterprise auf der Überholspur und extrablöden Sprüchen zu den unpassendsten Momenten krieg ich jetzt schon Stresspickel an ungenannt bleibenden Körperteilen.

Nein, dann doch lieber mehr von den Spätzle-Aliens, wenn der Trailer nicht täuscht, ist der zweite Streich wenigstens der Marschrichtung des Originals treu geblieben. Und Jeff Goldblum. Hachz.

Nightmare on Elm Street 2 – Freddy’s Revenge (USA, 1985)

Wäre ich nicht so unglaublich bereitwillig der Wochenendfäule erlegen, würden hier schon drei weitere Portionen Senf zu meinem Horrorctober-Filmfestival bereitstehen. Ich bin ja schon ganz stolz, überhaupt den Hintern für den zweiten Teil der Nightmare-Reihe um Schaschlikprofi Freddy Krueger hochzubekommen…

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„There’s something inside of me.“

Aber hallo, und was da im Magen grummelt ist ganz gewiss nicht der Cheeseburger vom schmierigen Imbiß um die Ecke! Nein, es ist Freddy Krueger, den es wieder in die heile Welt zarter Teenieseelen drängt, und der sich zu diesem Zweck diesmal als Bodysnatcher betätigt. Das auserkorene Opfer ist Jesse, ein harmloses Würstchen mit schlechtem Musikgeschmack und lieber Freundin, der sich alsbald an den unmöglichsten Orten aus garstigen Träumen gerissen wiederfindet und den Bodycount an seiner Highschool gepflegt in die Höhe treibt. Was er natürlich nicht hinnehmen kann, und darob mit tatkräftiger Unterstützung seiner rothaarigen Flamme den Kampf mit dem wortwörtlich inneren Dämon aufnimmt.

Auch die männliche Intimrasur will gelernt sein…

Und wieder schlägt Freddy zu, und wieder macht es mir sehr viel Spaß, ihm beim kreativen Teeniemetzeln zuzuschauen :)  Es fängt schon in den ersten Minuten prima an, die Fahrt im Schulbus straight from Hell macht Laune, und es wird auch gleich klar gemacht, dass diesmal ein wenig an der typischen Rollenverteilung im Horrorfilm gedreht wurde. Jesse versteckt sich nämlich jippend und winselnd hinter seinen Mitfahrerinnen, und auch im weiteren Verlauf des Films braucht es diverser Arschtritte durch seine Freundin, damit er sich zusammenreißt und Freddy die Stirn bieten kann.

Davon abgesehen erscheinen mir hier generell die Jungs selbst für einen 80s-Film mit einer ausgesprochen zarten Seite ausgestattet, z.B. das überaus peinliche Limahl-Poster im Jugendzimmer der kurz darauf dahingemeuchelten Sportskanone lässt mich immer wieder breit grinsen. Ok, es war das Jahrzehnt der Spandexhosen und Fönfrisuren für den Herrn, aber selbst dafür ist das schon ziemlich dick aufgetragen! Ich erspare mir aber die Mühe irgendwelcher Psychologisiererei und erfreue mich einfach daran, dass hier zumindest gefühlt überwiegend die Jungs die hysterisch kreischenden Opfer Freddys sind. Selten genug, sowas.

Fazit: an den deutlich düstereren ersten Teil kommt „Freddy’s Revenge“ natürlich nicht heran, aber als kurzweiliger Horrorspaß schlägt er sich auch heute noch wacker. Popcorn!