A Nightmare on Elm Street (USA, 1984)

Und los geht’s mit meiner ganz persönlichen Freddy-Parade! Ich habe mir im Rahmen des Horrorctobers vorgenommen, alle sieben Filme der Reihe mit Robert Englund als eins meiner Lieblingsfilmmonster Freddy Krueger anzuschauen und ein paar Worte darüber zu verlieren. Das unsäglich unnötige Remake wird keine weitere Erwähnung finden, das Crossover Freddy vs. Jason genauso wenig. Ich bestehe auf Sortenreinheit in meinen Horrorfilmen!

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Whatever you do… don’t fall asleep.

Als ich diesen Film Mitte der achtziger Jahre zum ersten mal in den VHS-Recorder gestopft habe, war der Spaß schon nach wenigen Minuten vorbei und das Band mit zittrigen Händen in seine Hülle zurückgelegt und fast schon auf dem Weg zurück in die Videothek. Was Regisseur Wes Craven in diesen ersten Szenen zeigt, entsprach dann doch zu sehr einem Traum, der mich als kleines Mädchen mehrere Male in Angst und Schrecken versetzt hatte. Kein Scheiß, irgend ein Ding hatte mich in diesem Traum durch einen feuchten, dunklen Heizungskeller gejagt, und ich wußte eins ganz genau: bloß nicht umdrehen, das will ich nicht sehen, sonst schlag ich längs hin und das Ding hat mich o_0  Vielleicht wurde ja da schon die Saat meiner Liebe zum Horror gepflanzt…

Mit Verstärkung in Gestalt meiner großen Schwester habe ich mich dann doch noch an einen zweiten Anlauf gewagt, und das Ergebnis war neben einem durchgekrallten und -geknuddelten Zierkissen eine höchstwahrscheinlich lebenslange Liebe zum Traumschlitzer mit dem Narbengesicht

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Typisch Freddy Krueger: immer mit dem Kopf durch die Wand.

Kurz zum Inhalt: die Teenies in der Elm Street werden von zunehmend unheimlicher und brutaler werdenden Albträumen heimgesucht, in denen ihnen ein Kerl im rot-grün gestreiften Pullover mit seinem rasiermesserscharfen Krallenhandschuh nachstellt. Da die Eltern sowas natürlich als Spinnereien Heranwachsender betrachten und die Dezimierung des Nachwuchses auf Mord und Suizid schieben, müssen die verbliebenen Kids Nancy (Heather Langenkamp) und Glen (Johnny Depp in seiner ersten Filmrolle) zur Selbsthilfe greifen und versuchen, Freddy aus dem Traumland in die Realität zu holen, um ihm dort mit ein bisschen Glück den Garaus zu machen.

Auch beim xten Anschauen steht mir bei einigen Szenen wieder das Gänsefell stramm, trotz ab und zu nicht ganz überzeugend wirkender Maske und FX (wenn Freddy lange Arme macht wird hier nur gelacht) wird hier in den Traumsequenzen eine düster schaurige Atmosphäre erzeugt, die rein gar nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Wird dann noch hektoliterweise Kunstblut in die Kulisse gekippt, geht der Spaß so richtig los! Der Abgang von Nancys bester Freundin Tina ist schlicht spektakulär in Szene gesetzt, ganz ohne Freddy „bei der Arbeit“ zu zeigen, etwas später wird das sogar noch getoppt. Wie sagt es ein Sani am Tatort so schön:

You won’t need a stretcher up there. You’ll need a mop.

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Schlafen in der Badewanne kann der Gesundheit abträglich sein!

Ich hoffe, dass mich das jetzt nicht gewaltgeil wirken lässt, aber mit Liebe zum Detail in Szene gesetzte Schnetzeleien weiß ich durchaus zu würdigen und hab da auch meinen Spaß dran. Im Gegensatz zu vielen heutigen Slashern habe ich bei den Nightmare-Filmen ganz generell nie den Eindruck, dass es um die möglichst detaillierte Darstellung möglichst sadistischen Abschlachtens geht. Vielmehr wirkt es auch in den wüstesten Mordszenarien mehr wie ein überdrehter Comic für Große, mit Augenzwinkern und dem Bewußstein, dass man diesen Quatsch doch nicht ernst nehmen kann. Mit ein Grund, warum ich Remakes von Horrorklassikern der 70s und 80s in der Regel höchstens mit Verachtung strafe, diese fiese Leichtigkeit fehlt denen meistens komplett. Es gibt Ausnahmen, aber die sind so selten, dass meine Standardreaktion immer erst NEIN, GEHT WEG lautet.

Darauf einen schicken Trailer:

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3 thoughts on “A Nightmare on Elm Street (USA, 1984)

  1. Nightmare on Elmstreet war einer der ersten harten Horrorfilme, die ich als Jugendlicher zu sehen bekam. Am meisten beeindruckt haben mich diese Traumspiralen, wo man nie wusste, ob jemand tatsächlich aufgewacht war oder nicht. Wes Craven hat aus seiner Grundidee das Beste gemacht und mit Freddy Kruger eine Ikone erschaffen. Ob die Idee für sieben Filme reicht? Ich bin gespannt auf Deine Eindrücke.

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  2. Meiner Meinung nach der beste Horrorfilm der 80er. Wunderbar kreativ, wunderbar böse. Muss vielleicht auch mal die Fortsetzungen gucken, sollen ja nicht alle scheiße sein.
    Falls du Lust hast, habe auf meinem Blog auch ein kurzes Review geschrieben:
    https://nebendwo.wordpress.com/2015/08/04/nightmare-beyond-elm-street-2/

    Wegen Remakes kann ich das von „Evil Dead“ empfehlen. Bin sonst auch kein Fan weichgekochter Neuauflagen, die – wie du richtig sagst – oft eher blass wirken. Aber dieser Streifen ist sowas von fies, abartig und damit ganz im Geiste seines Vorgängers. Zwar viel kaputter und düsterer, aber trotzdem mit feiner Ironie und schönen Onelinern am Ende, dann wenn der Film vollkommen eskaliert.

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