Media Monday #148

Immer wieder Montags

1. Die beste Film-Szene, die in Berlin spielt ist schlicht und ergreifend jede Szene in Billy Wilders Kalter-Krieg-Screwballkomödie One, Two, Three (Eins, Zwei, Drei) von 1961. James Cagney, Horst Buchholz und eine unverschämt aufreizende Liselotte Pulver (doch, ernsthaft) holen aus der geteilten Stadt alles raus, was geht. Und das ist nicht wenig!

1-2-3-bike

2. Ein Abend mit einem guten Film, abgeschaltetem Handteil des Festnetztelefons (das Handy ist eh immer aus), meiner Katze auf dem Schoß, in Reichweite Knabberkram und ein lecker Glas Portwein oder (im Winter!) eine Kanne duftenden Schwarztees ist für mich der perfekte Filmeabend.

3. ______ macht einen nicht unbeträchtlichen Teil der Faszination von ______ aus, weil ______ .  Ähm… öhm… hmpf… ich fürchte, mich fasziniert viel zu vieles, um da aus dem Stehgreif eine vernünftige Antwort geben zu können. Shame on me.

4. Wie ich Filme schaue und erlebe, hat sich durch das Internet/die sozialen Netze vor allem dahingehend verändert, dass ich eine viel größere Bandbreite von obskuren Exoten bis unerwartet interessanten Blockbustern auf dem Radar habe, als es mir die Informationsbeschaffung durch klassische Filmzeitschriften je ermöglichen konnte.

5. Wenn ich die Chance hätte, in einem schön trashigen Horrorfilm als Zombiestatist durchs Bild zu wanken, ginge damit ein Traum für mich in Erfüllung.

zombirolleye

6. ______ scheint die besten Tage hinter sich zu haben, weil ______ . Nö, da mag ich zumindest heute nicht lästern, zu oft wurde ich von einem von mir längst abgeschriebenen Namen dann doch nochmal hinterrücks eines besseren belehrt.

7. Zuletzt gesehen habe ich die TV-Fassung des RSC-Hamlets von 2009 und das waren überaus faszinierende drei Stunden, weil David Tennant und Patrick Stewart inmitten eines durchgehend toll besetzten Ensembles sehr deutlich zeigen, dass sie so weit mehr sind als leicht zu konsumierende TV-Seriengesichter. Diese Kritik im Guardian zur Theateraufführung kann ich Wort für Wort unterschreiben: KLICK.

hamlet2009-knife

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8 thoughts on “Media Monday #148

    1. Ich mag seit meinen ersten Kinoschritten Blockbuster, gerne auch Popcornschoten, über die „wahre“ Filmfreunde die Nase rümpfen (z.B. Armageddon, ohne rot zu werden), fühle mich aber seit Jahren immer seltener von dem angesprochen, was mir in dieser Rubrik angeboten wird. Für mich fühlt es sich überwiegend nur noch wie ein Superhelden-Remake-Reboot-Kinderspielzeug-Mischmasch an, der mich einfach nur anödet. [Oma-Modus] Krieg der Sterne (als das noch der erste Teil war!), Indiana Jones und Stirb langsam, das waren noch Zeiten! [Oma-Modus off]

      Ein gutes Beispiel für einen überraschenden Treffer ist „Inception“, den ich ohne die Informationsbeschaffung im Netz nicht mal mit der Kohlenzange angefasst hätte, weil ich Nolans Batman-Filme zum davonlaufen schlecht finde, und er für mich schon ein „verbrannter“ Regisseur war. Dazu noch die ewige Wasserleiche DiCaprio in der Hauptrolle – Himmel hilf! Wäre das Netz nicht gewesen, hätte ich einen durch und durch gelungenen „Big Budget Film“ verpasst, der mir auch nach mehrmaligem Anschauen immer noch einen begeisterten Blick ins Gesicht meißelt.

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      1. Interessant ist, daß ich deinem Omamodus ohne weiteres zustimmen kann und auch diese Rebootwelle nicht unbedingt gutheiße, aber weder mit Armageddon noch Inception wirklich glücklich geworden bin. Gerade Nolan hat sich mit dem Film, nachdem ich in seinen Batman zunächst Hoffnung hatte, bei mir ins Aus geschossen, weil ich seine Gefühlskälte entlarvt habe. Er ist mir einfach zu mathematisch, wenn man so will. Das ist sicher Geschmackssache, denn er hat ja genug Fans damit. Ich mochte dann eher Einfach zu haben oder Paul. Das sind so Filme, die in mir im Ansatz noch alte Hochgefühle wiedererwecken, weil sie u.a. Szenen haben, an die man sich erinnert und bei deren Abspann ich mich wirklich gut gefühlt habe. Das fehlt so oft, dieser wippend euphorische Gang beim Verlassen des Saals. :)

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        1. @Intergalactic Ape-Man:Und ich dachte schon, ich sei die Einzige in der Blogosphäre, die „Inception“ nicht so überragend fand. Naja, ich muss das spezifizieren: ich fand ihn beim ersten Sehen SUPER und beim zweiten Mal nur noch mittelmäßig.

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          1. Ich war schon nach dem Kino recht enttäuscht. Im Grunde nimmt Nolan kurz gesagt halt ein Heist Movie und versucht den Zuschauern vorzumachen, daß da Träume verpflanzt werden, was aber mit der sinnlichen Erlebniswelt eines Traumes nicht wirklich zu tun hat. Und während in dieser Rechnung dann ein möglicher filmtheoretischer Subtext vorgeschoben wird, macht er genau das, was er im Film erklärt. Er versucht seinem Zuschauer diesen Fetisch einzupflanzen, während er durch ein flach ausgestaltetes aber oppulent produziertes Puzzle stolpert. „Ganz überraschend“ gibt er dem Zuschauer dann die Auflösung, auf die er die ganze Zeit programmiert worden ist. Im Grunde ein Irrgarten mit nur einem wirklichen Ausgang.

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            1. Die Kritik an Inception kann ich durchaus nachvollziehen, aber nicht auf meine Herangehensweise an den Film anwenden. Meine einzige Erwartung war, ein wenig „intelligenteren“ oder von mir aus „gediegeneren“ Radau geboten zu bekommen, als mir die inzwischen leider übliche Blockbusteractionstangenware aus Hollywood bieten mag, und den hab ich bekommen. Der ganze pseudophilosophische Zierkram ist an mir abgeperlt wie schon anno dunnemals bei Matrix, ohne mir den Spaß an der Chose zu vermiesen. In solchen Fällen kann ich mich prima auf meine selektive Wahrnehmung verlassen, die den ganzen unnötigen Kram einfach ausblendet und sich aufs Wesentliche konzentriert ;)

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