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Nine Inch Nails | The Hand That Feeds & The Collector

Da hab ich doch fast verpennt, dass vor nun schon zehn Jahren mein zweitliebstes NIN-Album With Teeth das Licht der Musikwelt erblickt hat, was natürlich noch kurz vor knapp mit den Songs des Tages, dem Album der Woche und überhaupt abgefeiert werden muss. Und zwar ohne große Worte, die Videos und das ganze Album können gut für sich selber sprechen. Ganz besonders “The Collector” begeistert mich mit seiner fisimatentenfreien Umsetzung live aus dem Übungskeller, das gibt morgen wieder ein steifes Genick…

(Ja, das THTF-Video soll so verrauscht und verhackstückt aussehen.)

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My Dear Bessie [BBC Hörspiel]

BBC4

Nach viel zu langer Funkstille heute nur ein schnelles Drive-By-Posting, bevor es (wieder mal) zu spät ist. Vor dem nächsten Wochenende komme ich doch garantiert zu nix…

Es wäre aber auch zu schade, wenn die aktuellste Radioproduktion mit Benedict Cumberbatch und Louise Brealey (Sherlocks Molly Hooper) an den Mikrophonen unerwähnt bliebe. My Dear Bessie lässt Briefe zu neuem Leben erwachen, die sich der britische Soldat Chris Barker und seine ehemalige Arbeitskollegin Bessie Moore in London während des WWII schickten, und in denen recht schnell klar wurde, dass sich hier zwei gesucht und gefunden hatten. Scheiß doch auf die Entfernung, mit wohlgedrechselten Worten lässt sichs auch bestens baggern – was vor allem Chris mit einer gewissen Hingabe tut. Den Hörerreaktionen nach zu urteilen gab es nicht wenige rote Ohren an Büroradios auf der Insel :)

Was auch kein Wunder ist, wenn man erst mal hört, wie Mr. Cumberbatch seinen Soldatenalltag nebst Verdauung schildert und dann nahtlos zum lüsternen Angraben übergeht. Ein leichtes Zittern in den Knien ob der samtig vorgetragenen Anzüglichkeiten konnte auch ich nicht vermeiden… *hüstel*  Louise Brealey ist dagegen die eher zurückhaltende Dame, die unauffällig geschickt die Köder auslegt. Es ist wirklich ein Vergnügen, den beiden zuzuhören, von mir aus dürfen die gerne aus den gesammelten Briefen eine lange Hörbuchversion basteln. Ich würde entzückt stundenlang lauschen!

Der Stream ist noch 24 Tage lang auf der Website der BBC abrufbar:

My Dear Bessie (45min) ➽

 

Nachtrag: Schlopsi hat mich in den Kommentaren an ein Video mit einem dieser Briefe erinnert, das als Teaser für das diesjährige Letters Live aufgenommen wurde. Gehört einfach dazu, inklusive des Gegenstücks :)

Gorillaz - Stylo - Bruce Willis

Gorillaz | Stylo

Der Kopf brummt, das Hirn kocht, die Lunge pfeift, und vor lauter Husterei schmerzen inzwischen die Rippen – also ein guter Tag, faul auf dem Sofa liegen zu bleiben und zwischen Radaufilmen und musikalischen Verschnaufpausen hin und her zu zappen. Als Tagessieger hat sich dabei Bruce Willis erwiesen, dessen Anblick in mehr oder weniger versauten Feinrippleibchen mich immer wieder aus dem Jammertal der üblen Erkältung zerren konnte (ja, ich bin diesbezüglich leicht zu beeinflussen).

Und das klappt selbst in kurzen Musikvideos, wie diese ausgesprochen stylische Verfolgungsjagd zwischen Bruce und den Gorillaz eindrucksvoll beweist. Der Kerl ist einfach eine coole Sau, ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Natursau, sozusagen. Die zahlreichen Referenzen an die Eröffnungsszenen des ersten Mad Max von 1979 sind natürlich die Kirsche auf der Sahnehaube!

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Britische Badenixe

Mjam, Benedict Cumberbatch posiert nicht nur mit störrischen Bluthunden vor der Kamera, sondern macht sich auch für diese Fotosession nass? Und wir dürfen dabei hinter die Kulissen schauen? Eine nette Überraschung zum Frühstück von Vanity Fair, die ich natürlich sofort und auf der Stelle teilen muß :)

Wer es besonders eilig hat: ca. ab der achten Minute steht die Truppe am schmoddrig kalten Teich, der durch BCs gekonntes Schnutenziehen auch nicht wärmer geworden sein dürfte…


 

Edit am 19.2.: die Rufe nach einer Zugabe wurden erhört…

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Tom Lehrer | Smut & Masochism Tango

Da momentan das Thema “50 Schattierungen grausiger Langeweile” das Internet fest in seinem Würgegriff hat, nehme ich mir die Freiheit heraus, weiterhin mit Musik zu kontern. Heute nicht in Lack und Leder, und auch erheblich weniger lärmig. Von einem singenden Mathematiker und Uni-Dozenten aus den 50s & 60s namens Tom Lehrer würde ich jetzt auch nichts anderes als gepflegte Anzüge und Krawatten am Piano erwarten – der hinter der gepflegten Fassade lauernde, nicht ganz stubenreine Humor des Satirikers ist da ein schöner Bruch im Klischee.

Zuerst mit Smut ein Loblied auf literarischen Schweinkram, das mir stellenweise wie eine vorweggenommene heimliche Hymne des Internet vorkommt. Shipping inklusive.

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Brillenträger sind offensichtlich sexy!

Bei den Damen verfehlt es seine Wirkung schon mal nicht, wie man im Video deutlich sieht. Was ich durchaus nachvollziehen kann, ein hässlicher Vogel war der junge Herr Lehrer ja nicht grad. Und was eine Stimme…

All books can be indecent books
Though recent books are bolder,
For filth (I’m glad to say) is in
the mind of the beholder.
When correctly viewed,
Everything is lewd.
(I could tell you things about Peter Pan,
And the Wizard of Oz, there’s a dirty old man!)

Als thematisch passende Zugabe dann der fiese Ohrwurm Masochism Tango, der lustvoll jedes Maso-Klischee auf die (schmerzhafte) Spitze treibt, ohne den Eindruck entstehen zu lassen, dass man es hier mit einem verstört die Unterlippe durchkauendem Hascherl zu tun hat. Geht doch.

I ache for the touch of your lips, Dear,
But much more for the touch of your whips, Dear.
You can raise welts
Like nobody else,
As we dance to the Masochism Tango.

[…]

Take your cigarette from its holder,
And burn your initials in my shoulder.
Fracture my spine,
And swear that you’re mine,
As we dance to the Masochism Tango.

Wer Lust auf mehr bekommen hat, findet auf Youtube mit dem Tom Lehrer Wisdom Channel eine gute Quelle für den Anfang. Lohnt sich alleine schon für garstige Perlen wie We Will All Go Together When We Go :)

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Nine Inch Nails | Wish

Heute ist mir irgendwie nach… Latex… Leder… immer mitten in die Fresse rein… Hm. Nein, ich leide nicht an Geschmacksinkontinenz, drum befriedige ich diese Gelüste statt mit 50 Shades of Valium lieber mit einer ordentlichen Portion Krach aus dem Hause Nine Inch Nails.

Den Reznor aus dieser Zeit sabber ich noch immer genauso schamlos an wie vor über 20 Jahren bei der Erstsichtung des Videos. Evtl. sollte mir das Sorgen machen, aber was soll’s. Geiler Wichtelzwerg ist geil!

this is the first day of my last days
i built it up now i take it apart climbed up real high now fall down real far
no need for me to stay the last thing left i just threw it away
i put my faith in god and my trust in you
now there’s nothing more fucked up i could do
wish there was something real wish there was something true
wish there was something real in this world full of you
i’m the one without a soul i’m the one with this big fucking hole
no new tale to tell twenty-six years on my way to hell
gotta listen to your big time hard line bad luck fist fuck
don’t think you’re having all the fun
you know me i hate everyone
wish there was something real wish there was something true
wish there was something real in this world full of you
i want to but i can’t turn back
but i want to

Cabin Pressure - Crew (1)

BBC’s Radiocomedy “Cabin Pressure” dreht eine Ehrenrunde

BBC4

Verdammt, ich wusste doch, da war noch was – hätte ich doch beinahe komplett verpennt, auf die Wiederholung (hoffentlich aller 4,25 Staffeln) von Cabin Pressure, einer Perle in der komisch veranlagten britischen Radiolandschaft, zu verweisen!

Man muss kein in der Wolle gefärbter Benedict Cumberbatch-Fan sein, um an dieser 2008 zum ersten mal gestarteten Sitcom um eine von ständiger Pleite bedrohten Airline mit nur einem Flugzeug und ihrer kleinen Crew Gefallen zu finden, da die komplette Besetzung mit Roger Allam, Stephanie Cole und John Finnemore in den weiteren Hauptrollen und u.a. Samtstimme Anthony Head in einer sehr dankbaren Nebenrolle einfach nur vorzüglich ist.

Ich habe einen ausführlichen Beitrag zum Thema ganz oben auf meiner To-Do-Liste, drum jetzt nur die Links zu den vier ersten Episoden. Fliegt “Abu Dhabi” noch mit gebremstem Landeschaum, geben “Boston” und “Douz” deutlich die Marschrichtung vor: Zwerchfelle sind überbewertet, lasst sie uns schreddern!

Viel Spaß:

1. Abu Dhabi (noch 5 Tage)
2. Boston (noch 12 Tage)
3. Cremona (noch 19 Tage)
4. Douz (noch 26 Tage)

le dernier combat

Der letzte Kampf (FR, 1983)

Originaltitel: Le Dernier Combat
Regie: Luc Besson

OMG! Das Internet vergisst wirklich nichts, zu meinem Entzücken auch nicht meine Jean Reno-Fansite, die ich um die Jahrtausendwende (kann ich dieses schöne Wort endlich mal anbringen) herum mit viel Herzblut und Aufwand betrieben habe. Es sind zwar nur noch Fragmente erhalten, aber für einen gepflegten Netznostalgieflash reichen die allemal aus. Ein paar Portionen Senf zu Jeans Filmografie rette ich in diesen Blog, auch als kleine Gedankenstütze für mich, wo ich hier eigentlich schreibtechnisch (wieder) hin will…

le dernier combat posterDie Welt, irgendwann nach dem finalen Weltkrieg. Es gibt nur wenige Überlebende, und die zeichnen sich nicht unbedingt durch ein vorbildliches Sozialverhalten aus, sprich: Das Recht des Stärkeren ist das einzige Recht, das Gültigkeit hat, im Rudel wie für Einzelne. Aus nicht näher genannten Gründen hat dieser klägliche Rest der Menschheit neben der Zivilisation auch die Sprache verloren, was den Eindruck verstärkt, es hier mit modernen Höhlenmenschen zu tun zu haben.

Eine solche Gruppe hat sich unter der Führung eines ominösen Anzugträgers (Fritz Wepper!) auf einem Autofriedhof in der Wüste eingerichtet und verbringt die Tage hauptsächlich mit sinnloser Schufterei für den Boss. Ein namenloser Mann (Pierre Jolivet) hat von diesem traurigen Dasein die Schnauze gestrichen voll und flieht mit seinem heimlich zusammengebastelten Motorsegler in die nächste Stadt – oder was davon übrig blieb. Dort läuft ihm prompt ein durchgeknallter Psychopath (Jean Reno) über den Weg, der von Konkurrenz im Revier überhaupt nichts hält und sofort versucht, das Problem zu beseitigen. Nur die Flucht in die Kanalisation rettet den Mann vor seinem Verfolger, und der Ausstieg aus dieser Unterwelt beschert ihm eine weitere Überraschung: Er ist in einem ehemaligen Krankenhaus gelandet, in dem ein alter Mann (Jean Bouise) sich mit Hingabe der Malerei an den Wänden der Flure widmet. Ausser der Kunst muss er in diesem zur Festung umgebauten Gebäude ganz offensichtlich noch etwas viel kostbareres hüten, da der brutale Einzelgänger nichts unversucht lässt, um ebenfalls hinein zu gelangen. Die beiden Verteidiger sind allerdings mit allen Wassern gewaschen und nehmen den Kampf auf.

 

le dernier combat fritz wepper

Heute holt Harry keinen Wagen mehr.

“Ein exzentrischer Mad Max auf französisch” war mein erster Gedanke zu diesem Film von Luc Besson, und vollkommen daneben liege ich damit eigentlich nicht. Beides sind die Spielfilmdebüts der Regisseure, wurden mit lächerlichen Budgets und höchstem Enthusiasmus der Macher verwirklicht und handeln von einer Welt nach dem letzten, grossen Krieg. “Der letzte Kampf” zäumt den Gaul allerdings vollkommen anders auf als sein australischer Vorgänger. Wo’s bei “Mad Max” alle naselang kracht und rumpelt, setzt dieser Film auf eher leise Töne und schrägen Humor.

Gedreht wurde in kontrastreichem schwarz-weiss, Dialoge gibt es nicht. Die Story wird nur über Bilder, Gesten und Geräusche erzählt und fordert vom Zuschauer wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit, um nicht den Faden zu verlieren, da es keine erklärenden Zwischentexte (wie im klassischen Stummfilm) oder ähnliches gibt. Der Einsatz lohnt sich allerdings. Luc Besson hatte für sein Debut nicht nur eine gute Idee im Gepäck, sondern auch Schauspieler, die mit der Herausvorderung eines “sprachlosen” Films bestens fertig wurden. Pierre Jolivet als Mann auf der Suche nach einem lebenswerten Ort im Chaos erobert in kürzester Zeit die Sympathien, während Jean Reno als verrohter Brutalo das Kunststück schafft, trotz aller Abneigung gegen seinen Charakter die Lacher auf seiner Seite zu haben. Die Szenen, in denen seine (vergeblichen) Versuche in’s Krankenhaus einzudringen gezeigt werden, erinnern mich immer wieder heftigst an eine Realversion von “Tom & Jerry”… Jean Buise als der Doktor ist herrlich spinnert (wie in eigentlich allen Besson-Filmen, in denen er mitspielt), und Fritz Wepper zeigt uns, dass er nicht nur Derricks Laufbursche ist.

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Und willst du hier mein Nachbar sein, dann schlag ich dir den Schädel ein…

Die Action kommt hier übrigens nicht zu kurz, aber sie ist nicht, wie in diesem Genre üblich, das übermäßig bestimmende Element des Films, sondern wird wohldosiert eingesetzt und passt sich nahtlos in die Story und das Konzept ein. Die erste Begegnung zwischen dem Mann und dem Killer z.B. ist ein ziemlich heftiger Kampf, der gerade durch das ungewohnte Fehlen des üblichen Gebrülls seine Wirkung entfaltet. Beim nächsten Actionfilm im Fernsehen einfach mal den Ton bei einer Schlägerei abdrehen, dann wird ganz schnell klar, wie schwierig das eigentlich ist…

Unterm Strich kann ich diesen Film allen empfehlen, die eine Ader für kleine, schräge Endzeit-Movies wie z.B. “Quiet Earth” oder “Maleville” haben. Aber auch wer mit dem Thema generell nichts am Hut hat, sollte vielleicht einen Blick riskieren (Reno-/Besson-Fans sowieso), da wartet eine echte Perle auf ihre Entdeckung.